Logo

Wasserhund

Ident. Nr.: KdZ 26223

ObjID: obj:1705733

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hans Verhagen der Stomme ((um) 1600),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 3. Viertel 16. Jahrhundert
Abmessungen
Blattmaß: 25,2 x 36,5 cm
Erwerbung
1859 von Prof. Schulz, Danzig, angekauft

Objektbeschreibung

Einen sich bewegenden Hund in ähnlicher Detailgenauigkeit mit dem Auge zu erfassen, wie ihn uns der Maler hier präsentiert, erscheint unmöglich. Auf Samtpfoten schreitet dieses wunderschöne Exemplar eines Wasserhundes durch das Bild. Mit einer kaum sichtbaren, hauchdünnen Linie sind die Umrisse des Tieres angelegt, die braunen Flecken des Fellmusters wurden anschließend laviert, während an den hellen Stellen das Papier sichtbar bleibt. Darüber hat der Künstler mit feinsten Pinselstrichen das langhaarige Fell des Hundes gelegt. Minutiös gibt er jedes einzelne Haar wieder. Das Bild zeigt eine von 20 Tierdarstellungen von Hans Verhagen, die das Kupferstichkabinett aufbewahrt. Ursprünglich müssen sie, in Büchern gebunden, Teil einer Sammlung zoologischer Tierdarstellungen gewesen sein (Dreyer 1986/87, S. 115). Sie sind Zeugnis eines umfassenden Interesses an der Erforschung der Tier-und Pflanzenwelt im 16. Jahrhundert. Mit der Beschriftung „CAN. AQVATICVS. Un chien d’eau.“ (Wasserhund) wird der dargestellte Hund als typischer Vertreter einer Gruppe von Jagdhunden bezeichnet, die beim Fischfang eingesetzt wurden.

Text: Lydia Rosía Dorn in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 18.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)