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Ritueller Kopfputz

Ident. Nr.: I 2959

ObjID: obj:1713560

Details (Expert)

Datierung
19. Jh.-Anfang 20. Jh.
Geografische Bezüge
Indien,
Land
Material / Technik
Bein, Stoffbänder, Samtkappe
Abmessungen
Objektmaß: ca.: 84 x 26 x 23,5 cm (mit Bändern)
Höhe: 41 cm (ohne Bänder)
Gewicht: 0,5 kg
Erwerbung
von I. - IV. Turfan Expedition (September 1902 - Februar 1914) 1913

Objektbeschreibung

Dieser rituelle Kopfbedeckung, ein helmartiger Kopfputz eines Totenbeschwörers, besteht aus schwarzem Samt, mit einem Stirnschmuck aus fünf Totenschädeln, die aus Bein geschnitzt sind. Kopfbedeckungen dieser Art werden im tibetischen Buddhismus von gelehrten Mönchen zu besonderen Zeremonien und rituellen Tänzen getragen.

Cham-Tanz - Maskentanzrituale
Cham Tänze sind von Musik begleitete Maskentänze, die in allen Himalaya-Regionen sowohl im Bön als auch von tibetischen Buddhisten aufgeführt werden. Das klösterliche Mysterienspiel symbolisiert den Sieg des Buddhismus über die dunklen Aspekte des Daseins, bzw. die Vernichtung des Bösen. Sie werden in der Regel von Mönchen aufgeführt, die sich durch Fasten, Meditation und Visualisierung von Gottheiten auf ihre Rolle vorbereiten. Getanzt wird mit farbenprächtigen Brokatgewändern und großen Masken.
SM8HF

Letzte Aktualisierung: 01.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kasuga-Wakamiya Schreingottheit in Manifestation des Bodhisattva Manjusri (Monju bosatsu)

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Auf einem Lotossitz reitet der jugendlich aussehende Monju Bosatsu auf seinem Begleittier, einem blauen Löwen. Der furchteinflößende Löwe, der auf vier Lotosblüten steht, wird von der Seite und mit einer dramatischen Drehung des Kopfes nach rechts hin erfasst. Monju Bosatsu hingegen erscheint antithetisch dazu in erhabener Frontalansicht und mit einer leichten Wendung des Gesichts nach links ins Dreiviertelprofil. In seiner linken Hand hält Monju eine langstielige Lotosblüte, in der rechten eine Sutrarolle. Sein Haupthaar ist zu fünf Knoten zusammengebunden, die die fünf Weisheits-Buddhas des esoterischen Buddhismus bzw. die diesen zugeordneten magischen fünf Silben symbolisieren. Die vorliegende Darstellung unterscheidet sich jedoch von den üblichen Monju-Bildern des esoterischen Buddhismus durch die drei kleinen Kreise oberhalb des Körpernimbus. Von rechts nach links findet man darin dargestellt: den 11-köpfigen Kannon Bosatsu, eine Nyorai-Figur (wahrscheinlich Shaka Nyorai) in einer Pagode und Jizô Bosatsu. In dieser Konstellation stellen die drei Figuren die buddhistische Manifestation der shintoistischen Gottheiten des Kasuga-Schreines dar. Monju kann hier folglich als die buddhistische Manifestation des Kasuga Wakamiya identifiziert werden. Dieses Werk ist typisch für die Arbeiten der buddhistischen Malmeister in der zweiten Hälfte der Kamakura-Zeit und ein vorzügliches Beispiel der Kunst des synkretistischen Buddhismus.

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

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Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.