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Dhūpa-Tārā auf rundem Lotussockel stehend

Ident. Nr.: I 10073

ObjID: obj:1714153

Details (Expert)

Datierung
17.-18. Jh.?
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Nepal,
Land
Material / Technik
Bronzeguss
Abmessungen
Objektmaß: 54,5 x 25,5 x 16,5 cm
Gewicht: 6,3 kg
Erwerbung
Leihe 1969

Objektbeschreibung

Tara (Skt. „Stern“, „Retterin“) ist ein weiblicher Bodhisattva. Sie erscheint in 21 verschiedenen Formen, von denen die grüne und die weiße Tara die bekanntesten sind. Der Legende nach soll sie aus den Tränen von Avalokiteshvara entstanden sein, die er aus Mitgefühl mit allen Wesen vergoss. Daher gilt Tara als weibliche Manifestation des Mitgefühls der Buddhas. Sie schützt vor Gefahren und hilft auf dem Weg der Befreiung von Leiden. Mit der Geste ihrer rechten Hand signalisiert die Göttin die Gewährung von Wünschen. Die hier dargestellte Form der Dhūpa-Tārā steht auf einem rundem Lotussockel. In der angewinkelten linken Hand hält sie einen Flammenkranz. SM8HF

Letzte Aktualisierung: 14.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Zu den heiligsten und wichtigsten Texten des Mahâyâna-Buddhismus gehören die insgesamt 600 Kapitel umfassenden "Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit" (sanksr. Mahâ-prajnâpâramitâ-sûtra, jap. Dai-hannyaharamitta-kyô), welche der berühmte chinesische Pilgermönch Xuanzang (596-664) aus Indien mitgebracht und zwischen 659 und 663 ins Chinesische übersetzt hatte. Dieser buddhistische Lehrtext enthält Predigten, die Buddha in 16 Zusammenkünften auf dem Geierkopfberg in Magadha und an drei anderen Orten vor seinen Schülern und Laienanhängern gehalten haben soll. Seit dem achten Jahrhundert war es unter der Aristokratie und dem Klerus Japans ein beliebter Brauch, Sutrentexte auf kostbar verziertem Papier abzuschreiben. Die Vervielfältigung der heiligen Schrift wurde einerseits als religiöse Übung erachtet, andererseits erhoffte man damit auch heilbringende Wirkungen. Für die Sutrenabschriften wurde meist Papier verwendet, das mit Indigo dunkelblau gefärbt wurde. Für die Schrift und die begleitenden Illustrationen benutzte man Gold und Silber. Der Berliner Satz soll ursprünglich 60 Miniaturrollen umfasst haben. 10 Rollen wurden jedoch bereits im Jahre 1784 wegen Insektenfraß entfernt. Die übrig gebliebenen 50 Rollen enthalten je 10 Kapitel, wobei das äußere Deckblatt, hyôshi, mit prächtigen, stilisierten Blütenranken, hosoge, verziert ist. Auf dem Deckblatt ist auch eine Kartusche vorgesehen, in der die Nummerierung der jeweiligen Rolle sowie der Titel geschrieben ist. Auf der Innenseite fangen alle Rollen mit einer szenischen Darstellung von Buddhas Predigt vor seinen Schülern und Laienanhängern an. Eingebettet wird diese Szene in eine stilisierte, nicht näher identifizierbare Landschaft. Danach folgen die einzelnen Kapitel, die jeweils mit einem Titel voneinander getrennt sind. Mehrere Rollen sind jeweils in einem Schwarzlackkästchen untergebracht, das auf der Innenseite auf Rotlackgrund mystische Bannsilben im sogenannten Siddham-Alphabet trägt. Sechs solcher Kästchen, von Brokathüllen umgeben, füllen den großen, in der Negoro-Technik lackierten Aufbewahrungskasten. Der Kastendeckel ist mit einer chinesischen Gedichtaufschrift versehen. In einer illustrierten Chronik der Provinz Settsu aus dem Jahre 1797 wurde der Berliner Satz, der sich damals im Besitz des Jingu-Tempels in Sumiyoshi, Ôsaka, befand, erwähnt. Gemäß Akisato Ritô, dem Verfasser der Chronik, stammen Schrift und Bild von der Hand der Kaiserin Kômyô (701-760). Die technische Ausführung der Malerei deutet jedoch auf eine Arbeit des 12. Jahrhunderts hin.