Logo

Totengericht

Ident. Nr.: II 1238 a/b

ObjID: obj:1714506

Details (Expert)

Datierung
12. Jh.
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gipsabguss
Abmessungen
Objektmaß: 64 x 61 x 4 cm
Objektmaß: 64 x 245 x 4 cm (gesamter Block)
Gewicht: 33,7 kg (gesamter Block)

Letzte Aktualisierung: 19.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Nawa Nagatoshi trägt Kaiser Go-Daigo

Nawa Nagatoshi trägt Kaiser Go-Daigo

Dieses Bild aus der Sammlung des Militärs Meckel rekurriert auf eine historische Episode. In deren Zentrum steht der Einsatz von zwei Mitgliedern des Schwertadels für das Kaiserhaus. Dieses Thema war vor dem Hintergrund der formalen Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft im Jahre 1868 von aktueller Bedeutung. Zur Zeit der Militärregierung des Hōjō-Clans entbrannte in der Mitte des 13. Jahrhunderts ein erbitterter Streit um die Erbfolgerechte zwischen zwei Linien des japanischen Kaiserhauses. Als auch die Regionalfürsten zunehmend unzufrieden mit der Führung der Hōjō waren, sah Kaiser Go-Daigo (1288–1339) eine günstige Gelegenheit gekommen, um mit Hilfe der Fürsten die Militärregierung zu stürzen. Seine Pläne wurden aber bekannt und der Kaiser musste zunächst aus der Hauptstadt Kyoto fliehen und sich ins Exil begeben. In dieser schwierigen Situation nahm der Schwertadlige Kusunoki Masashige (1294–1336) Partei für den Kaiser und begann ein Heer auszuheben. Als die Auseinandersetzungen zwischen dem kaisertreuen Heer und den Truppen der Militärregierung sich zu einem Volksaufstand ausgeweitet hatten, befreite der Feldherr Nawa Nagatoshi im Jahre 1333 Go-Daigo aus der Verbannung und brachte ihn nach Kyoto zurück.Die rechte Hängerolle illustriert, wie Nagatoshi auf seinem Rücken den Kaiser zurück in die Hauptstadt trägt. Ihnen folgt ein Höfling, der sich vorsichtig nach Verfolgern umsieht. Auf der linken Rolle ist Masashige in Begleitung eines anderen Schwertadligen dargestellt. Sie warten auf die Ankunft der Kaisertreuen, die sich langsam durch die Berge voranarbeiten. Stilistisch schließt dieses Hängerollenpaar an die Tradition der Kriegerdarstellungen auf Querrollen in der farbigen, einheimischen Manier des 14. bis 17. Jahrhunderts an. Auch formal unterstreicht dieser im 19. Jahrhundert wiederbelebte Nationalstil (j. fukkō yamato-e) die patriotische Botschaft dieses Bildes.

Blumenwagen

Blumenwagen

Dieses überaus prachtvolle achtteilige Stellschirmpaar gehört zu einer in der japanischen Kunstgeschichte als „Stellschirme mit Blumenwagen“ bekannten Bildgruppe, die sich seit dem 17. Jahrhundert entwickelt hat. Üppige Blumenarrangements in Bambuskörben, die auf offenen Wagen arrangiert sind, bilden das Hauptmotiv solcher Schirme. Zuweilen werden mehrere Blumenwagen auf einem Schirm dargestellt, meist ist jedoch nur ein Wagen je Schirm zu sehen. Bei den Pflanzen handelt sich um die häufig abgebildeten Blumen der vier Jahreszeiten: Pflaumenblüte, Kirschblüte, Kamelie, Päonie, Chrysantheme, Buschklee, Glyzinie sowie rote Ahornblätter und Kiefernzweige, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Blüten sind allesamt in detaillierter, dekorativer Manier unter Verwendung kostbarer Farbpigmente gemalt. Die offenen zweirädrigen Wagen beeindrucken durch die sorgfältige Schilderung des prächtigen Lackdekors und der kunstvoll gearbeiteten Metallbeschläge.Dramatisch hebt sich die Farbenpracht der Blüten und Gefährte von dem mit Blattgold belegten Hintergrund ab.Begleitet werden die Blumenwagen hier von Hofadeligen, die in kleineren Gruppen plaudern oder dösend rasten. Diese Kombination von Blumenwagen und begleitenden Figuren sowie Tieren ist eher ungewöhnlich.Über die Herkunft des Blumenwagenmotivs gibt es verschiedene Theorien. Entweder ist eine Anspielung auf eine Erzählung über die jährlichen Riten am Hof des Kaisers Xuanzong (685–761) der Tang-Dynastie intendiert, wo jeweils im Frühling außergewöhnliche Blumenarten gesammelt und auf Holzkarren arrangiert zur Schau gestellt wurden, oder es handelt sich um eine japanische Variation des beliebten chinesischen Bildsujets prachtvoller Blumenkörbe, das in der Song- und Yuan-Dynastie (960–1368) populär war. Mit der Einbeziehung landschaftlicher Elemente und kommunizierender Figuren, wie auf diesem Stellschirmpaar, gewinnt das Bildthema hier jedoch eine neue inhaltliche Dimension. Es ist aber noch nicht schlüssig geklärt, ob diese Darstellung auf einem literarischen Stoff basiert oder gar politisch motiviert ist und eine Aussage zur Stellung der Hofaristokratie artikuliert.Die Stellschirme sind nicht signiert, die Pinselsprache weist aber insbesondere bei den Baumdarstellungen starke Ähnlichkeiten mit bekannten Werken des Kano Eino (1631–1697) auf, so dass angenommen werden kann, dass sie im näheren Umfeld der in Kyoto ansässigen Kano-Schule des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Die Mitglieder dieses Ateliers der weit verzweigten Kano-Sippe waren sowohl für die Militäraristokratie wie auch für das Kaiserhaus und den in Kyoto ansässigen Hofadel tätig. SM8HF

Blumenwagen

Blumenwagen

Dieses überaus prachtvolle achtteilige Stellschirmpaar gehört zu einer in der japanischen Kunstgeschichte als „Stellschirme mit Blumenwagen“ bekannten Bildgruppe, die sich seit dem 17. Jahrhundert entwickelt hat. Üppige Blumenarrangements in Bambuskörben, die auf offenen Wagen arrangiert sind, bilden das Hauptmotiv solcher Schirme. Zuweilen werden mehrere Blumenwagen auf einem Schirm dargestellt, meist ist jedoch nur ein Wagen je Schirm zu sehen. Bei den Pflanzen handelt sich um die häufig abgebildeten Blumen der vier Jahreszeiten: Pflaumenblüte, Kirschblüte, Kamelie, Päonie, Chrysantheme, Buschklee, Glyzinie sowie rote Ahornblätter und Kiefernzweige, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Blüten sind allesamt in detaillierter, dekorativer Manier unter Verwendung kostbarer Farbpigmente gemalt. Die offenen zweirädrigen Wagen beeindrucken durch die sorgfältige Schilderung des prächtigen Lackdekors und der kunstvoll gearbeiteten Metallbeschläge.Dramatisch hebt sich die Farbenpracht der Blüten und Gefährte von dem mit Blattgold belegten Hintergrund ab.Begleitet werden die Blumenwagen hier von Hofadeligen, die in kleineren Gruppen plaudern oder dösend rasten. Diese Kombination von Blumenwagen und begleitenden Figuren sowie Tieren ist eher ungewöhnlich.Über die Herkunft des Blumenwagenmotivs gibt es verschiedene Theorien. Entweder ist eine Anspielung auf eine Erzählung über die jährlichen Riten am Hof des Kaisers Xuanzong (685–761) der Tang-Dynastie intendiert, wo jeweils im Frühling außergewöhnliche Blumenarten gesammelt und auf Holzkarren arrangiert zur Schau gestellt wurden, oder es handelt sich um eine japanische Variation des beliebten chinesischen Bildsujets prachtvoller Blumenkörbe, das in der Song- und Yuan-Dynastie (960–1368) populär war. Mit der Einbeziehung landschaftlicher Elemente und kommunizierender Figuren, wie auf diesem Stellschirmpaar, gewinnt das Bildthema hier jedoch eine neue inhaltliche Dimension. Es ist aber noch nicht schlüssig geklärt, ob diese Darstellung auf einem literarischen Stoff basiert oder gar politisch motiviert ist und eine Aussage zur Stellung der Hofaristokratie artikuliert.Die Stellschirme sind nicht signiert, die Pinselsprache weist aber insbesondere bei den Baumdarstellungen starke Ähnlichkeiten mit bekannten Werken des Kano Eino (1631–1697) auf, so dass angenommen werden kann, dass sie im näheren Umfeld der in Kyoto ansässigen Kano-Schule des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Die Mitglieder dieses Ateliers der weit verzweigten Kano-Sippe waren sowohl für die Militäraristokratie wie auch für das Kaiserhaus und den in Kyoto ansässigen Hofadel tätig. SM8HF