Mittelteil eines Klappaltares mit Maria im Typus der Hodegetria und mit einer Runeninschrift (auf der Schmalseite)
Ident. Nr.: 577
ObjID: obj:1716339
Kontakt
Einrichtung:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
E-Mail:
sbm@smb.spk-berlin.deFotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Antje Voigt CC BY-SA 4.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / SBM Archivaufnahme Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / SBM Archivaufnahme Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Rosa Mai Public Domain Mark 1.0
Details (Expert)
- Datierung
- 11./12. Jahrhundert
- Material / Technik
- Elfenbein
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 11,4 x 8,9 x 0,6 cm
- Erwerbung
- im späten 19. Jahrhundert aus der Kunstkammer überwiesen, 1865 in Köln aus der Sammlung Essing für die Kunstkammer erworben
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1716339
Objektbeschreibung
Das Elfenbeinrelief ist ein typisches Beispiel für byzantinische Elfenbeinarbeiten aus dem 11. Jahrhundert. Es zeigt Maria im Typus der Hodegetria, der „Wegweiserin“, allerdings in einer ikonographischen Abwandlung. Denn im Gegensatz zum Urbild trägt sie das Kind auf ihrem rechten Arm, während sie mit der Linken auf es weist. Diese Variante nennt man die „Dexiokratousa“.
Maria thront auf einer großen, mit Rosetten, Kreuzblüten und anderen Ornamenten verzierten Sitzbank mit abgestufter Rückenlehne. Ihre Füße stehen auf einer Fußbank (Suppedaneum), die auf kleinen Rundbögen und Säulen ruht. In den oberen beiden Ecken des Reliefs schweben kleine, ganzfigurig dargestellte Engel. Ihre Hände haben sie in huldigender Geste Maria und dem Kind entgegengestreckt.
Auch abweichend vom eigentlichen Typus der Hodegetria neigt Maria hier ihren Kopf ein wenig dem Kind zu, welches mit seiner Hand den Saum ihres Gewandes greift, anstatt wie üblich eine Schriftrolle festzuhalten. Weil dies im Vergleich zu anderen Werken dieser Art so ungewöhnlich ist, vermutet man, dass diese Elfenbeinikone außerhalb des byzantinischen Kernlandes angefertigt wurde. Als Entstehungsort wurde Südrussland vermutet.Es könnte sich vielleicht aber auch um die abendländische Nachbildung einer byzantinischen Arbeit handeln. Noch im Mittelalter muss das Relief nach Skandinavien gelangt sein, denn auf der linken Schmalseite befindet sich eine mittelalterliche Runeninschrift aus diesem Kulturkreis.
Katharina Hart, GM
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
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sbm@smb.spk-berlin.de