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Abend über Potsdam

Ident. Nr.: NG 4/10

ObjID: obj:1717474

Erworben mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und anderer
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lotte Laserstein (1898 -1993),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Abend über Potsdam
Übersetzung: Evening over Potsdam
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
396402
Thomas Agnew & Sons, London,
396403
Kauf: Privatbesitz, Großbritannien,
späte 1980er Jahre - 2010
Auktion: Sotheby's,
2.6.2010
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 205 cm
Erwerbung
2010 Ankauf aus Privatbesitz, Großbritannien, mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und anderer

Objektbeschreibung

Das großformatige Gemälde gilt als Hauptwerk Lasersteins, die an der Berliner Kunstakademie studiert hatte. Oft verband die Malerin Menschen ihrer Zeit mit modernen Themen wie dem Motorradfahren oder Tennisspielen. In „Abend über Potsdam“ porträtierte sie fünf Personen vor einer topografisch genauen Ansicht der Stadt mit Nikolai- und Garnisonkirche. Das Lieblingsmodell der Künstlerin, Traute Rose, im Bild links am Geländer, berichtete, dass auf der Dachterrasse die Figuren nur skizziert und später im Atelier ausgearbeitet worden seien (zit. in: Anna-Carola Krausse, Lotte Laserstein [1898–1993]. Leben und Werk, Berlin 2006, S. 155 f.). Mit ihrer Komposition weckt Laserstein Assoziationen an Leonardo da Vincis „Abendmahl“ (1494–1498; Santa Maria delle Grazie, Mailand) und liefert einen Gegenentwurf zu dem Wandbild, das Anton von Werner 1899 in Berlin für den Speisesaal des Zeitungsverlegers Rudolf Mosse gemalt hatte (Ölskizze im Deutschen Historischen Museum, Berlin). Im Gegensatz zum dort gezeigten historistisch eingekleideten Gelage des Geldadels sind bei Laserstein moderne Großstädter vor einem kargen Mahl zu sehen. Die Roaring Twenties sind vorbei, die Tischgesellschaft verharrt in ahnungsvoller Melancholie, sodass die Darstellung – mit Blick auf die zeitpolitische Situation – visionäre Züge erhält. Thematik und Haltung weisen Anklänge an die Neue Sachlichkeit auf, doch zugleich ist Lasersteins Malstil dem Realismus verpflichtet. 1937 emigrierte die Künstlerin aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach Schweden, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Durch eine Retrospektive im Berliner Ephraim-Palais wurde sie 2003 wiederentdeckt. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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