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Sessel Nr. 14

Ident. Nr.: W-1978,24

ObjID: obj:1719492

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Michael Thonet (1796.07.03)
Datierung
1859
1887-1919
Material / Technik
Buchen-Bugholz, Rohrgeflecht
Abmessungen
Höhe: 92,5 cm
Durchmesser: 41 cm

Objektbeschreibung

Dieser einfache Stuhl begründete den Ruhm der Firma Thonet und wurde zum Synonym des Wiener Kaffeehausstuhls. Das überragende Erfolgsrezept lag in der neuen Bugholztechnik und der Verkaufsstrategie Michael Thonets (1796–1871) begründet. Im Gegensatz zu den stark geschnitzten und dekorierten Möbeln jener Zeit verzichtete der Bugholzstuhl Nr. 14 (heute Modell 214) auf jegliche Verzierungen. Michael Thonet reduzierte Form und Material, um ihn mit dem geringsten Aufwand herzustellen.
Neben der Fabrikation war es vor allem der Vertrieb, der die Kosten gering hielt: Der Stuhl, der aus sechs Teilen sowie zehn Schrauben und zwei Muttern besteht, wurde nach dem Baukastenprinzip in Einzelteilen als Paket in alle Welt ausgeliefert und erst vor Ort montiert. STh

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa