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Verkündigung an Maria

Ident. Nr.: 2787

ObjID: obj:1719650

Details (Expert)

Datierung
Datierung: Anfang 12. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 18,4 x 11,9 x 0,9 cm

Objektbeschreibung

Unter einer doppelbogigen Arkade verkündet der in prunkvollem Ornat, gleichsam als kaiserlicher Bote auftretende Engel Gottes der Jungfrau Maria, dass sie einen Sohn gebären werde. Während der Engel steht, sitzt Maria au einem reich verzierten Thron, der auf einem architektonisch gebildeten Sockel ruht. Beide Figuren füllen den Raum unterhalb der Arkade fast vollständig aus. Im rechten Bogen hängt eine Lampe. Zwischen den Bögen befindet sich in einem mondsichelförmigen „Schiffchen“ wie ein hängender Schlussstein das Brustbild einer Gestalt, die als Figur Christi gedeutet wurde. Oberhalb der Arkade verbindet ein weiterer Bogen die Scheitel, so dass im Zwickel die Taube des Heiligen Geistes Platz hat. Vom Kopf der Taube führt ein Strahl zum Haupt des Brustbildes, das sich unmittelbar darunter befindet. Das ungewöhnlich reich und flächenfüllend mit ornamentalem und architektonischem Dekor verzierte Relief gehört zu einer kleinen Gruppe verwandter Werke, die bestimmten stilistischen Tendenzen der Periode um 1100 entsprechen. Die diese Werke sind möglicherweise in Nord-Frankreich entstanden.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)