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Öllampe mit Stern

Ident. Nr.: 3450

ObjID: obj:1721994

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 7. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 3 x 7,3 x 9,2 cm

Objektbeschreibung

An den runden Lampenkörper schließt sich eine lange, geschweifte Tülle an, deren Öffnung geschwärzt ist. Gegenüber der Tülle sitzt ein Höckergriff, der als Handhabe zu klein ist und daher rein zur Zierde dient. Punkt-, Schnur- und Bandmotive überziehen den Lampenkörper in flachem Relief. Den Lampenspiegel begrenzt eine einfache Leiste. Innerhalb des dadurch entstehenden Kreisrahmens sind zwei doppelt gerahmte Quadrate sternförmig ineinander geflochten. Sie umschließen mittig das Einfüllloch. Kreispunkte zieren die Rahmung des einen Quadrates. Die Zwischenräume zur Leiste hin schmücken weitere Kreismotive. Über die Randstreifen verlaufen Perlschnüre sowie Flechtbandmotive mit Punktfüllung innen und in den Zwickeln.
Das Motiv der ineinander geflochtenen Quadrate ist in der spätantiken und frühbyzantinischen Kunst derart beliebt, dass es als architektonische Dekoration, auf Mosaiken und Wandmalereien, monochromen Textilien und auch auf anderen Geräten des täglichen Bedarfs, wie Öllampen und Stempeln, auftritt.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Allegorie des Wahnsinns

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.