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Gefäß mit bärtigem Gesicht (Bes)

Ident. Nr.: 3537

ObjID: obj:1722932

Details (Expert)

Datierung
Römische Kaiserzeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Keramik
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 11,5 x 5 cm (Breite am Bauch: 7,7 cm)
Erwerbung
1901 durch Josef Strzygowski beim Händler Farag Ali in Ägypten erworben

Objektbeschreibung

Der fragmentarische Krug gehört zur Gruppe der so genannten Kopfgefäße, eine in römischer und spätantiker Zeit beliebte Keramikgattung. In griechisch-römischer Zeit gab es in Ägypten zwei Zentren, in denen kleinere Gefäße wie das hier vorgestellte, sowohl aus rotem als auch grauem (schwarzen) Ton hergestellt wurden. Eines lag im Nordwesten des Deltas, das andere in der Region um Memphis.
Der Krug ist seitlich mit zwei Henkeln versehen, die von der Öffnung bis zur Mitte des im oberen Teil mit horizontalen Rillen verzierten Halses reichen. Ein Stück der hervorkragenden Lippe an der Öffnung ist beschädigt; der untere Gefäßteil mit dem Fuß ist weggebrochen. Der längliche Gefäßbauch zeigt auf der Vorderseite ein fratzenhaftes Gesicht mit heraushängender Zunge. Es handelt sich um eine Darstellung des ägyptischen Gottes Bes. Zwar gehörte Bes nicht zu den Gottheiten, denen Tempel geweiht wurden, doch spielte er vor allem bei der Bevölkerung im alltäglichen Leben eine wichtige Rolle. Er galt als Sinnbild für Sexualität und Zeugung. Ihm wurden Schutz bringende Kräfte beigemessen, die vor allem Schwangeren, Wöchnerinnen und Neugeborenen zugute kommen sollten. Seine Erscheinung erinnert an die eines Zwerges mit einem grotesken Gesicht, das ein zotteliger Bart und eine „Löwenmähne“ rahmen. Oft streckt er wie hier dem Betrachter die Zunge entgegen. Die Details von Gesicht und Bart sind plastisch hervorgehoben und sorgfältig moduliert. Selbst die runden Wangen treten deutlich hervor. Trotz des beschädigten Zustandes ist zu erkennen, dass es sich um eine handwerklich qualitätvolle Arbeit handelt.


Cäcilia Fluck (2012)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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