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Fragment einer Decke mit Schlingen und Wirkereien

Ident. Nr.: 4658

ObjID: obj:1723082

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 4./7. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Wolle und Leinen
Abmessungen
Höhe: 99 cm
Breite: 88 cm

Objektbeschreibung

Das mit farbigen Wirkereien verzierte Fragment stammt aus dem Eckbereich einer großen Decke, die zur Ausstattung eines Wohnraums, vermutlich als Auflage einer Matratze diente. Die untere Kante der Decke ist mit Fransen versehen. Die meisten Motive sind noch gut zu erkennen. In dem von einem bunten Lorbeerkranz umgebenen Bildfeld war höchstwahrscheinlich eine Büste abgebildet, von der nur noch der mit einem Diadem und Bändern geschmückte Oberkopf erhalten ist. In purpurfarbener Ausführung auf hellem Grund sind in der oberen rechten Ecke der äußeren Bildzone eine Nereide auf einem Seestier, unten rechts eine Nereide mit Schale in der erhobenen Hand auf dem Schoß eines Triton und unten links ein Leier spielendes Wesen auf einem Seetier zu sehen. Dazwischen sind von Kreisen eingefasste, nach rechts bzw. links blickende Büsten eingefügt. Die Zwischenräume füllen kleine Fische und Wasserpflanzen.
Den Abschluss des Streifens bilden rechts zwei kämpfende Ringer, links daneben schließen sich ein Seelöwe, zwei schwimmende Eroten, ein Seestier und ganz außen eine gelagerte Gestalt an.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)