Logo

Fragment mit Darstellung einer Bergziege

Ident. Nr.: VA Ass 02404

ObjID: obj:1743018

Details (Expert)

Datierung
8./7. Jahrhundert v. Chr.
Periode: Neuassyrisch
Geografische Bezüge
Fundort: Assur,
Vorderasien
Fundort modern: Qal'at Scherqat
Material / Technik
Keramik; glasiert
Abmessungen
Höhe: 19 cm
Breite: 18 cm
Dicke: 1 cm
Gewicht: 0,7 kg

Objektbeschreibung

Das Gefäßfragment gehörte ursprünglich zu einem großen, steilwandigen Becher. Die Darstellung, die von weißen Zierborten nach oben und unten begrenzt wird, zeigt einen Ziegenbock im Sprung. Mit den Hinterläufen stößt er sich von einem schuppenartig stilisierten Gebirge ab. Die Vorderläufe berühren noch nicht den Boden, so dass ein dynamischer Eindruck der Komposition entsteht.

Obwohl Gefäße dieser Art in Assur im Kontext von Wohnhäusern gefunden wurden, gehörten sie einstmals zum Gefäßinventar von Tempeln und Palästen. Göttersymbole auf Gefäßen dieses Typs sind ein Indiz für eine religiöse/kultische Verwendung.

Die gut erhaltene Oberfläche und die immer noch beeindruckende Leuchtkraft der Farben machen das Fragment zu einem Referenzbeispiel für Gefäße mit Glasurbemalung. Glasuranalysen aus Assur ergaben die Verwendung einer Alkali-Silikat-Glasur, als Glasurfarben wurden Mangan und Eisenoxid (schwarz), Quarz und Calcit (weiß), Bleiantimonat (gelb) und Kupferoxid, z.T. mit Eisendioxyd vermischt, (grün) verwendet. Nachdem die Konturen der Darstellung mit schwarzer Glasurfarbe vorgezeichnet worden sind, wurden die Flächen mit den entsprechenden Farben ausgefüllt. Als Malmittel für die Glasurfarbstoffe könnten ätherische Öle verwendet worden sein. Durch den anschließenden Brand wurde die Glasur fest mit dem Untergrund verbunden. [Lutz Martin]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]