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Ikone mit der Darbringung im Tempel

Ident. Nr.: 9356

ObjID: obj:1787259

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 17. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Temperamalerei auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31,5 x 27 x 3,2 cm

Objektbeschreibung

Im Zentrum des etwas vertieften Bildfeldes steht Simeon, welcher über einen Altar hinweg Maria das Kind zurückreicht. Hinter Maria stehen die Prophetin Hanna und Joseph, welcher in einem Käfig zwei Tauben als Opfergaben trägt. Diese Szene ist in kyrillischen Buchstaben als „Darstellung im Tempel“ betitelt. Im oberen Teil des Bildes thront von zwei Engeln umgeben Gottvater, im linken oberen Teil ist Maria erneut als sog. Passionsmadonna abgebildet. Im unteren Teil des Bildes ist eine Höllenszene dargestellt. Der gefesselte „Höllenrachen“ ist von auf ihre Erlösung wartenden Heiligen umgeben. Gerahmt wird die Szene durch zwei bärtige, an Schreibpulten sitzende Propheten. Der rechte wird von einem Engel auf die Tempelszene hingewiesen.
Die Ikone ist beispielhaft für eine sogenannte „Zusammengesetzte Fassung“, eine Darstellungsform, die verschiedene, nur im übertragenen Sinn zusammenhängende Szenen in sich vereint.

Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.

(Lilli Keiner, 2020)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)