Logo

Gottesmutter von Tichwin mit Oklad

Ident. Nr.: 6/75

ObjID: obj:1787403

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 17. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Temperamalerei auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 35 x 29,5 x 2,7 cm (mit Einschubleisten)
Erwerbung
Gekauft von Dr. med. W. Klaus.

Objektbeschreibung

Die Gottesmutter mit Kind ist in dem bekannten, von der Maria Hodegetria abgeleiteten Typus dargstellt. Die sog. Tichwinskaja geht auf eine Tradition des 14. Jahrhunderts zurück und ist namentlich mit dem Kloster verbunden, das am Fluss Tichwinka lag. Der Festtag der Ikone ist der 26. Juni. Die Halbfigur der Mutter mit Kind erscheint vor einheitlich ockerfarbenem Grund, der in seiner heutigen Fassung auf eine Restaurierung zurückgehen dürfte. Am äußeren Rande erkennt man noch eine ursprünglich mattgrüne Umrandung. Möglicherweise ist die Ikone bei der Restaurierungsmaßnahme seitlich leicht beschnitten worden. Die Rückseite erscheint heute geglättet. Einige Buchstaben der Beschriftung sind verloren gegangen. Zur Ikone gehört ein Silberoklad aus Moskau aus dem Jahr 1838, das auf dieser Aufnahme nicht mit abgebildet ist.
Die Ikone befindet sich zurzeit als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)