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Ikone mit Johannes dem Täufer

Ident. Nr.: 11274

ObjID: obj:1792596

Details (Expert)

Datierung
18. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Temperamalerei auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26,5 x 21,3 x 1,9 cm

Objektbeschreibung

Johannes der Täufer ist auf dieser Ikone mit Flügeln abgebildet, eine in der orthodoxen Kirche recht verbreitete Darstellungsform, die sich auf die Funktion des Johannes als Vorbote von Jesus Christus bezieht. Bekleidet ist er mit dem Fellgewand eines Asketen, darüber trägt er ein dunkelbraunes Himation. In seiner linken Hand hält er eine geöffnete Schriftrolle, auf welcher in arabischer Sprache Mt. 3,2 zitiert ist: „Tut Buße! Denn das Reich des Himmels ist nahe.“ Vor dem Unterkörper des Propheten steht eine Schale, aus der das Haupt des Johannes herausragt. Dies ist sein häufigstes Attribut, ein Verweis auf das Festmahl des Herodes, bei welchem er auf Wunsch der Prinzessin Salome geköpft wurde.

Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.

(Lilli Keiner, 2020)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)