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Thronende Maria mit Kind

Ident. Nr.: 1919,5

ObjID: obj:1819196

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 14. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Elfenbein, geschnitzt
Abmessungen
Objektmaß: 7,9 x 3,6 x 2,6 cm

Objektbeschreibung

Maria thront auf einer schlichten, am oberen und unteren Rand durch einen doppelten Profilstab gegliederten Bank. Sie trägt ein Untergewand und darüber einen Mantel, der mitten vor der Brust durch eine quadratische Gewandschließe zusammengehalten wird und über den Hüften gegürtet ist. Auf dem Haupt der Maria sitzt über einem Schleier ein mit Lilien geschmückter Kronreif. Der mit einem Hemd bekleidete Jesusknabe schreitet mit bloßen Füßen auf den beiden Knien der Maria, deren Linke stützend auf seinem Rücken ruht. Jesus wendet sich seiner Mutter zu, die in ihrer Rechten eine Taube hält, deren emporgereckte Flügel der Knabe mit beiden Händen ergreift.
Die Gruppe ist allseits bearbeitet, die leichte Schwingung der Rückseite der Thronbank folgt der natürlichen Form der Außenseite des Stoßzahnes. Geringe Spuren von Polychromie sind nur zwischen den Lippen der Maria erhalten, wo mikroskopisch Reste einer roten Fassung nachweisbar sind.
Der Kopf des Jesusknaben, der vordere Teil seines Oberkörpers, sein rechter Arm sowie ein Teil des linken Unterarms der Maria sind durch einen Materialausbruch in Verlust geraten. Ebenso fehlen bis auf zwei seitliche sämtliche Lilien des Kronreifs der Muttergottes. Am unteren Ende ist die Gruppe wohl zu einem späteren Zeitpunkt um wenige Millimeter gekürzt worden, wie das Fehlen von Schuhspitzen der Maria, abrupte Abbrüche des Verlaufs von Gewandfalten sowie das unproportional niedrige untere Profil der Thronbank erkennen lassen. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR