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Heinrichskreuz aus dem Basler Münsterschatz

Ident. Nr.: 1917,79

ObjID: obj:1819337

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Bearbeitung: 14. Jahrhundert
Bearbeitung: 15. Jahrhundert
Bearbeitung: 19. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ausgabe: Deutschland
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Abmessungen
Objektmaß: 51,2 x 46,2 cm

Objektbeschreibung

An der Basler Überlieferung, wonach das Gemmenkreuz ebenso wie die Reliquien vom Heiligen Blut und vom Heiligen Kreuz ein Geschenk Kaiser Heinrichs II. (Reg. 1002–1024) an den 1019 geweihten Basler Dom war, sind in der Forschung begründete Zweifel geäußert worden. Dennoch und trotz umfangreicher Veränderungen darf das Heinrichskreuz als Hauptwerk ottonischer Goldschmiedekunst gelten. Im Mittelalter war es das wichtigste Heiltum des Basler Münsters.
An der Vierung befindet sich eine römische Phalera. Ursprünglich ein militärisches Ehrenzeichen, kommt dem antiken Kameo im Kontext der Herrenreliquien des Heinrichskreuzes eine auf Christus bezogene Bedeutung zu. Vier Bergkristalle über kreisförmigen Erweiterungen der Kreuzarme lassen die darunter verwahrten Reliquien erkennen. Noch heute birgt das Kreuz an beiden Enden des Stammes Partikel vom Heiligen Kreuz, die Heiligblutreliquie fehlt dagegen. Am horizontalen Kreuzbalken befinden sich indessen Teile der 1347 aus Bamberg nach Basel gelangten Reliquien des 1146 heilig gesprochenen Kaisers Heinrich II.
Der Kruzifxus an der Rückseite wurde wohl 1437/38 vom Goldschmied Heinrich Schwitzer geschaffen. Die Enden der Kreuzarme zeigen hier Beschläge mit Blattwerk, die von einer früheren Erneuerung in der Mitte des 14. Jahrhunderts stammen. Die Beschlagbleche mit Rautenmuster an den Zargen und an der Vorderseite zeugen dagegen von einer erneuten Instandsetzung des Kreuzes in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa