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Christi Abschied von Maria. Tapisserieentwurf

Ident. Nr.: KdZ 13607

ObjID: obj:1824875

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Bernart van Orley (1490 - 6.1.1542),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: Anfang 16. Jh.
Abmessungen
Blattmaß: 86,0 x 48,5 cm

Objektbeschreibung

Der »Abschied Christi von Maria« gehört zu einer Folge von Kartons, maßstabsgetreuen Entwürfen für Glasfenster, von der insgesamt dreizehn Blätter erhalten sind, darunter zwei weitere im Berliner Kabinett (Christus vor Pilatus, KdZ 13608; Kalvarienberg, KdZ 13609). Wie üblich bei derartig großformatigen Arbeiten, mußten mehrere Papierbögen aneinandergestückt werden. Mit roter Kreide sind die Hilfslinien zur Kennzeichnung der Bleiruten, welche die Gläser zusammenhalten sollten, eingetragen. Ausgeführte Scheiben sind nicht überliefert. Als Zeichner wurden Bernard van Orley und sein ebenfalls in Brüssel tätiger Schüler Pieter Coecke genannt; es dürfte sich hier um Werke aus der Werkstatt Van Orleys handeln.
Die Figuren in ihren bewegten Haltungen und lebendigen, pathetischen Gebärden zeugen vom großen Vorbild Raffael, dessen Stil Van Orley durch Stiche Marcantons sowie durch die berühmten Teppichkartons mit den Aposteltaten, die sich für die Herstellung von Gobelins von 1516/17 bis 1520 in Brüssel befanden, kennenlernen konnte.
Bernard van Orley, seit 1518 Hofmaler bei Margarete von Österreich, seit 1539 bei Margarete von Ungarn, war in Brüssel als Maler und fruchtbarer Entwerfer von Teppichen tätig. Er gilt als einer der bedeutendsten niederländischen Romanisten.

Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 178, Kat. IV.15 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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