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Plenar Herzog Ottos des Milden aus dem Welfenschatz, Buchdeckel

Ident. Nr.: W 32

ObjID: obj:1830404

Details (Expert)

Datierung
1339
um 1330
Abmessungen
Objektmaß: 34,4 x 26 cm

Objektbeschreibung

„Im Jahre des Herrn 1339 ist dieses Plenarium angefertigt worden und es sind diese Reliquien hineingelegt worden […]“, verkündet ein lateinischer Eintrag an der Innenseite des Buchdeckels. Die ostentative Mitteilung bezieht sich auf die Anfertigung des Einbandes. Das Plenar selbst, ein liturgisches Buch, das die Lesungen der Messe vollständig (lat. plene) umfasst, ist wahrscheinlich bereits einige Jahre zuvor entstanden. Es enthält zwei ganzseitige Malereien mit je vier Miniaturen: fol. 3v die Evangelisten und fol. 4v Szenen aus der Kindheit Jesu.
Der Vorderdeckel des Buchreliquiars ist unter Verwendung eines im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts wohl in Venedig entstandenen Schach-Dame-Spielbrettes hergestellt worden. Miniaturen unter Bergkristall mit höfischen und mythologischen Szenen bilden seine „weißen“, Plättchen aus Jaspis die „schwarzen“ Felder. Im Zentrum des vertieften Mittelfelds befindet sich unter Bergkristall eine Kreuzreliquie, die vier seitlich anstoßenden Felder enthalten die gestanzten Symbole der Evangelisten mit Namensbeischriften. Der Rückdeckel zeigt in einer künstlerisch hoch bedeutenden gravierten Darstellung S(ANCTVS) BLASIVS, den Hauptpatron des welfischen Hausstiftes zu Braunschweig, im bischöflichen Ornat thronend. Zu seinen Seiten knien OTTO, Herzog Otto der Milde von Braunschweig-Göttingen (Duc. 1318–1344) und AGNES, seine zweite Gemahlin Agnes von Brandenburg (1297–1334), als Stifter des Plenars. Die Halbfigur einer den hl. Blasius anflehenden Frau und der Wolf mit einem Schwein im Maul unter den Köpfen der beiden Mitpatrone Johannes des Täufers links und des hl. Thomas von Canterbury rechts illustrieren eine Episode aus der Legende des hl. Blasius. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."