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Tragaltarförmiges Reliquiar aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 24

ObjID: obj:1839307

Details (Expert)

Datierung
um 1200
Abmessungen
Objektmaß: 10 x 19,7 x 9,3 cm

Objektbeschreibung

Das Reliquiar besitzt die Grundform eines kastenförmigen Tragaltars mit überstehender Crepido und Mensaplatte, wie sie im 12. Jahrhundert weit verbreitet war. Das Reliquienbehältnis unterscheidet sich von einem Portatile jedoch dadurch, dass es keinen Altarstein besitzt. Das Nußbaumholz zeigt Spuren der Grundierung für eine Fassung in Blau und Grün (außer an der Unterseite). Das Fehlen von Nagellöchern weist darauf hin, dass das Reliquiar schon ursprünglich farbig gefasst war und keinen aufwändigen Metallbeschlag besaß. Lediglich in dem aus einem separaten Werkstück gearbeiteten flachen Mittelaufsatz der Deckplatte befinden sich vier (jüngere?) Nägel mit abgekniffenen Köpfen. Von den ehemals sechs blau und rot untermalten Bergkristallcabochons ist einer in Verlust geraten.
Das Innere des Reliquienbehältnisses ist von der Bodenplatte aus zugänglich, hier wird die Öffnung des Sepulchrums durch eine aufgenagelte Kupferplatte verschlossen. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR