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Tragaltarförmiges Reliquiar aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 24

ObjID: obj:1839307

Details (Expert)

Datierung
um 1200
Abmessungen
Objektmaß: 10 x 19,7 x 9,3 cm

Objektbeschreibung

Das Reliquiar besitzt die Grundform eines kastenförmigen Tragaltars mit überstehender Crepido und Mensaplatte, wie sie im 12. Jahrhundert weit verbreitet war. Das Reliquienbehältnis unterscheidet sich von einem Portatile jedoch dadurch, dass es keinen Altarstein besitzt. Das Nußbaumholz zeigt Spuren der Grundierung für eine Fassung in Blau und Grün (außer an der Unterseite). Das Fehlen von Nagellöchern weist darauf hin, dass das Reliquiar schon ursprünglich farbig gefasst war und keinen aufwändigen Metallbeschlag besaß. Lediglich in dem aus einem separaten Werkstück gearbeiteten flachen Mittelaufsatz der Deckplatte befinden sich vier (jüngere?) Nägel mit abgekniffenen Köpfen. Von den ehemals sechs blau und rot untermalten Bergkristallcabochons ist einer in Verlust geraten.
Das Innere des Reliquienbehältnisses ist von der Bodenplatte aus zugänglich, hier wird die Öffnung des Sepulchrums durch eine aufgenagelte Kupferplatte verschlossen. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa