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Reliquienkreuz aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 36

ObjID: obj:1839317

Details (Expert)

Datierung
um 1400
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 30,6 x 15,8 x 15 cm

Objektbeschreibung

Das kleine in einer niedersächsischen Werkstatt um 1400 entstandene Reliquienkreuz aus vergoldetem Kupfer ist im ganzen hohl und wie eine Kapsel gebildet. Es zeigt in den spitz zulaufenden Dreipaßenden der Vorderseite in flachem Reliefschnitt die Symbole der Evangelisten in ganzer Figur mit unbeschrifteten Spruchbändern um einen kleinen in Bronze gegossenen und vergoldeten Kruzifixus. Der obere Dreipaß ist vorne als Zugang zum Inneren des Kreuzes zu öffnen.
Die ehemals darin befindlichen Reliquien nennen zwei Inschriften auf der Oberseite des Fußes; es waren Passionsreliquien, eine Partikel vom Schweißtuch des Herrn, de sudario d(omi)ni, und eine Partikel vom Kreuze Christi, de ligno domini. Die Verbindung von Kreuz und Ständer durch die vier zungenförmigen Kupferbänder am unteren Ende des Kreuzes geht vermutlich auf eine spätere Reparatur zurück.
Dietrich Kötzsche

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa