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Ostensorium mit Reliquie des hl. Blasius aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 44

ObjID: obj:1839332

Details (Expert)

Datierung
3. Viertel 14. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31,3 x 14,2 x 14 cm

Objektbeschreibung

Wohl im dritten Viertel des 14. Jahrhunderts entstand das Ostensorium mit einer Reliquie des hl. Blasius. Es gehört zur Gruppe der turmförmigen Ostensorien, die es in einfachster Form repräsentiert; alle Grundelemente dieses Typus sind darin bereits voll ausgebildet. In seinen schlanken, ausgewogenen Proportionen darf es sicher als eines der schönsten Beispiele dieser Form des Reliquiars bezeichnet werden. Seine Bekrönung ist abgebrochen [...]. Der sternförmige Fuß und der kapellenartig gebildete Sockel des Ständers weisen auf Verbindungen zu rheinischen Goldschmiedearbeiten hin. Die sechs Rautenknöpfe des durchbrochenen Nodus zeigen, wie häufig an dieser Stelle, eine Inschrift, hier in blauem Schmelzwerk den Namen des Evangelisten LVCAS und eine Rosette.
Möglicherweise war das Ostensoprium ursprünglich für eine Lukas-Reliquie angefertigt und erst später für die Blasius-Reliquie verwendet worden. Sie ist in einer vergoldeten Silberkapsel mit der gravierten und niellierten, griechischen Inschrift "ΛΙΨΑΝΟΝ ΤΟΥ ΑΓΙΟΥ ΙΕΡΟΜΑΡΤΥΡΟ ΒΛΑCΙΟΥ" (Reliquie des hochheiligen Märtyrers Blasius) gefaßt und im Reliquienbehälter aufgehängt. Auf diese Reliquie bezieht sich der schmale Pergamentstreifen, auf dem nur die Worte "de osse S. Blasii" lesbar sind, während die Aufschrift des breiteren Streifens "pollex de s. marco" als mißverstandene Wiedergabe der griechischen Inschrift der Reliquienkapsel gedeutet wird.
Dietrich Kötzsche

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."