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Herkules mit Löwe

Ident. Nr.: 726

ObjID: obj:1849847

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 1700
Material / Technik
Elfenbein, Holz (Sockel)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26,9 x 13,8 x 12,4 cm (ohne Sockel)
Höhe x Breite x Tiefe: 35,3 x 14 x 14 cm (mit Sockel)
Gewicht: 2545 g (Skulptur)
Gewicht: 544 g (Sockel)
Gewicht: 3088,8 g (Gesamt)

Objektbeschreibung

Die aus einem Stück Elfenbein geschnitzte Figurengruppe gehört zu den eindrucksvollsten deutschen Kleinbildwerken. In dieser vollplastischen Komposition vereinte der Bildschnitzer gleich zwei der zwölf sonst einzeln dargestellten Taten des mythologischen Helden Herkules. Mit stoischer Ruhe würgt er den durch sein dickes Fell als nicht besiegbar beschriebenen Nemeischen Löwen, während er, anscheinend völlig unbeeindruckt, der Hydra von Lerna den Kopf mit dem Fuß zu Boden drückt. Der Sage nach hatte die Hydra neun Köpfe, und für jeden abgeschlagenen Kopf erwuchsen ihr zwei neue. Der Künstler tritt auf eines der Häupter, das mit weit aufgerissenem Maul einen schrillen Schrei auszustoßen scheint. Die Skulptur beeindruckt nicht allein aufgrund ihrer überaus präzisen und lebensnahen Ausarbeitung, sondern vor allem auch durch ihre rafinierte Komposition, die den Betrachter zum Umschreiten der Gruppe animiert.
Aufgrund seiner unbezwingbaren Stärke entwickelte sich der tugendhafte Held bald zur Identifikationsfigur zahlreicher Herrscher. Im Zeitalter des Barocks waren daher Darstellungen mit den Taten des Herkules begehrte Sammelobjekte in den Kunstkammern zahlreicher Herrscherhäuser - so auch in Brandenburg-Preußen. Die hier vorgestellte Elfenbeingruppe galt lange als ein Werk Andreas Schlüters, von dem überliefert ist, dass er auch in Elfenbein gearbeitet habe. Erst 1933 konnte Rudolf Verres anhand eines aufgefundenen Dokumentes nachweisen, dass sie von Christoph Maucher geschaffen wurde.

Letzte Aktualisierung: 26.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)