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Kurtisane

Ident. Nr.: 2009-123

ObjID: obj:1851183

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Matsuno Chikanobu 松野親信 (1716 - 1735),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
Hoei-Shotoku-Ära
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 101,1 x 40,5 cm
Erwerbung
Schenkung 2009

Objektbeschreibung

Wenig ist über Chikanobu bekannt, der einen ähnlichen Malstil pflegte wie die in Edo tätigen Maler der sich durch eine auffällige, elegant geschwungene Kalligrafie auszeichnenden Kaigetsudō-Traditionslinie, jedoch womöglich in einem Konkurrenzverhältnis zu ihnen arbeitete. Von Chikanobu sind heute über ein Dutzend Darstellungen von Schönheiten erfasst, die sich durch folgende stilistische Merkmale auszeichnen: lieblich lächelndes Gesicht mit einem kleinen Mund und leicht nach oben gezogenen Mundwinkeln, streng nach hinten gekämmte Haare in der damals beliebten Shimada-Frisur; dicke, rhythmisch geschwungene Umrisslinien der Gewandfaltung sowie Textilmuster in opaken, kostbaren Pigmenten.
Diese Kurtisane wendet sich kokett nach hinten und verdeckt mit dem linken, leicht erhobenen Arm den Mund. Mit der rechten Hand rafft sie ihr Gewand hoch, das mit prächtigen, an einem Zaun wachsenden Chrysanthemen dekoriert ist. Die Blütenpracht ihrer Kleidung setzt sich auf der kostbaren Montierung fort. Sie besteht wohl aus Fragmenten alter Textilien, die möglicherweise einst den Körper einer solchen Schönen geschmückt haben mögen.
[SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]