Flusslandschaft mit Fischer
Ident. Nr.: 2009-128
ObjID: obj:1851208
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Edo (Tokugawa)-Zeit1. Hälfte 19. Jh.
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Hängerolle, Tusche und Farben auf Satin
- Abmessungen
- Bildmaß: 126,6 x 56,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1851208
Objektbeschreibung
In dieser ausgewogenen, sorgsam aufgebauten Komposition vermag der aus der Provinz Tokushima auf der Insel Shikoku stammende Kaioku die idyllische Atmosphäre einer idealisierten Fischerexistenz überzeugend einzufangen. Die wolkenartigen, runden Felsen, die sich auf der rechten Bildhälfte dramatisch in die Höhe türmen, verleihen dem Werk einen unwirklichen, fast schon fantastischen Ausdruck. Aus der Signaturaufschrift geht hervor, dass Kaioku die Bildidee von Zhao Shilei entlehnt hat, einem weitgehend unbekannten chinesischen Maler der Qing-Zeit (1644–1911).
Die Darstellung des einsamen, in die Abgeschiedenheit der Natur zurückgezogenen Fischers gehört zu den beliebten Themen der Literatenmalerei. Es spiegelt die Sehnsucht der Maler und ihrer Auftraggeber nach einem Leben fern der alltäglichen Pflichten wider. Diese Vorstellung verband die Kaufleute Japans, die solche Bilder bei Berufsmalern bestellten, mit dem Ideal der häufig den Würden eines hektischen Amtes unterworfenen, gelehrten Amateurmaler in China. Als Gegenentwurf zur japanischen Wirklichkeit besaßen solche Darstellungen idealisierten Lebens das subversive Potential von Utopien. Das Fischermotiv erscheint zudem in einer chinesischen Legende über einen Fischerjungen, der zufällig in das Tal der Unsterblichen gelangte und verstärkt somit die positiven Konnotationen.
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de