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Fischerboot auf reißendem Bergstrom

Ident. Nr.: 2009-129

ObjID: obj:1851243

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Matsumura Goshun 松村呉春 (1752 - 1811),
Maler*in
Nakai Chikuzan 中井竹山 (1730 - 1804),
Kalligraf*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
2. Hälfte 18. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 115,8 x 31,8 cm

Objektbeschreibung

In geduckter Haltung versucht ein Fischer gegen die Stromschnelle zu wirken, die sein Boot in rasantem Tempo um eine scharfe Kurve zwischen zwei Felsblöcken stromabwärts zieht. Mit flüssigen, beschwingten Linien vermag der Maler überzeugend die Kraft des reißenden Bergstromes zu suggerieren. Kurze, etwas nachlässige Striche umreißen die massiven Felsblöcke, deren Plastizität durch helle Strukturstriche erzeugt wird. Der extensive Gebrauch von weichen Lavis und die erfrischenden Grüntöne verleihen der Darstellung den für Goshun typischen Lyrizismus. Sowohl in der Wahl des Bildthemas wie auch in der Pinselsprache lassen sich die Einflüsse seines Lehrers, des berühmten Dichter-Malers Yosa Buson, deutlich erkennen.
Das in chinesischem Stil verfasste Aufschriftgedicht des konfuzianischen Gelehrten und Lehrers an der auch Mitgliedern der Kaufmannsschicht höhere Bildung vermittelnden Kaitokudō-Akademie in Osaka, Nakai Chikuzan (1730–1804), spielt auf die verheißungsvolle chinesische Legende vom Fischerjungen an, der zufällig in das Tal der Unsterblichen am Pfirsischblütenquell gelangte. Insofern enthält diese so naturnah erscheinende Szene Elemente einer von literarischen Quellen gespeisten Ideallandschaft.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]