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Illustrierte Hagiografie des Priesters Shinran (j. Shinran shōnin eden)

Ident. Nr.: 2009-133

ObjID: obj:1851285

Credit: Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Datierung
Muromachi-Zeit
16. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 131,4 x 73,6 cm

Objektbeschreibung

Shinran (1173–1263) gilt als Begründer der buddhistischen Schule Jōdō shinshū, deren Lehre auf dem Prinzip der Wiedergeburt im Reinen Land (j. Jōdō) durch den wahren, aufrichtigen Glauben basiert. Zwar gibt es keine offiziell anerkannte Biographie des Shinran, doch war sein Leben von fünf Hauptereignissen geprägt: Eintritt ins Kloster Enryakuji auf dem Berg Hiei bei Kyoto, Studium bei Hōnen (1133–1212), dem Gründer der Schule Jōdōshū, von 1207 bis 1212 Exil in der Provinz Echigo (Präfektur Niigata), 1212–1235 Tätigkeit in der Kanto-Region, 1235 Rückkehr nach Kyoto. Shinrans Leben wurde oft auf narrativen Querrollen oder Serien von vier Hängerollen dargestellt. Diese Sets wurden meist von Tempeln oder Stiftern in Auftrag gegeben und von buddhistischen Malateliers ausgeführt. Sie folgen einer festgelegten Ikonographie und Komposition. Diese Hängerolle ist die vierte und letzte einer Serie. Zuoberst erscheint die letzte Station von Shinrans Leben: Seine Porträtskulptur wird in der Gedächtnishalle des ihm zu Ehren errichteten Tempels Honganji im Ōtani-Viertel in Kyoto verehrt. Eine vergleichbare, vollständig erhaltene Serie dieses Sujets befindet sich im Tempel Nishi-Honganji in Kyoto.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

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Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]

Kasuga-Wakamiya Schreingottheit in Manifestation des Bodhisattva Manjusri (Monju bosatsu)

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Auf einem Lotossitz reitet der jugendlich aussehende Monju Bosatsu auf seinem Begleittier, einem blauen Löwen. Der furchteinflößende Löwe, der auf vier Lotosblüten steht, wird von der Seite und mit einer dramatischen Drehung des Kopfes nach rechts hin erfasst. Monju Bosatsu hingegen erscheint antithetisch dazu in erhabener Frontalansicht und mit einer leichten Wendung des Gesichts nach links ins Dreiviertelprofil. In seiner linken Hand hält Monju eine langstielige Lotosblüte, in der rechten eine Sutrarolle. Sein Haupthaar ist zu fünf Knoten zusammengebunden, die die fünf Weisheits-Buddhas des esoterischen Buddhismus bzw. die diesen zugeordneten magischen fünf Silben symbolisieren. Die vorliegende Darstellung unterscheidet sich jedoch von den üblichen Monju-Bildern des esoterischen Buddhismus durch die drei kleinen Kreise oberhalb des Körpernimbus. Von rechts nach links findet man darin dargestellt: den 11-köpfigen Kannon Bosatsu, eine Nyorai-Figur (wahrscheinlich Shaka Nyorai) in einer Pagode und Jizô Bosatsu. In dieser Konstellation stellen die drei Figuren die buddhistische Manifestation der shintoistischen Gottheiten des Kasuga-Schreines dar. Monju kann hier folglich als die buddhistische Manifestation des Kasuga Wakamiya identifiziert werden. Dieses Werk ist typisch für die Arbeiten der buddhistischen Malmeister in der zweiten Hälfte der Kamakura-Zeit und ein vorzügliches Beispiel der Kunst des synkretistischen Buddhismus.

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

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Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.