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Bodhidharma mit nur einem Schuh

Ident. Nr.: 2009-134

ObjID: obj:1851288

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Kano Kōi 狩野興以 (ca. 1569 - 1636),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
frühes 17. Jh.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bodhidharma mit nur einem Schuh
Übersetzung: Bodhidharma (Daruma) with a single shoe
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 171,7 x 82,3 cm

Objektbeschreibung

Die phantasiereichen Geschichten, die das Leben, Wirken und Wesen Bodhidharmas (j. Daruma), des indischen Begründers des Chan- oder auf Japanisch Zen-Buddhismus in China verklären, enden nicht mit seinem Tod im Reich der Mitte. So erzählt eine schon im 10. Jahrhundert aufgezeichnete Legende, Bodhidharma sei nach seinem Tod auferstanden und nach Indien zurückgekehrt. Dabei begegnete er dem von einer Pilgerfahrt aus Indien heimkehrenden chinesischen Mönch Song Yun (1. Hälfte 6. Jahrhundert), der dem chinesischen Kaiser berichtete, Bodhidharma hätte bei dieser sonderbaren Begegnung nur einen Schuh getragen. Als der Kaiser das Grab Bodhidharmas öffnen ließ, fand man dort angeblich tatsächlich nur den zweiten Schuh. Diese Legende ist ein beliebtes Motiv in der Malerei Ostasiens. Meist wird der Gründerpatriarch barfüßig und mit einem roten Gewand angetan, nach rechts blickend konterfeit. In seiner Hand trägt er einen einzelnen Schuh.
Kano Kōi wurde von Kano Eitokus (1543–1590) Sohn Kano Mitsunobu (ca. 1561/1565–1608) ausgebildet und später in die Kano-Familie adoptiert. Eitoku war zweifelsohne der bedeutendste Kano-Maler in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und leitete unter anderem die Ausmalung der Burg-Residenzen der Militärherrscher Oda Nobunaga (1534–1582) und Toyotomi Hideyoshi (1536–1598). Mitsunobu wurde als einer der ersten Kano-Maler für die Shogune aus dem Hause Tokugawa tätig und verlegte seine Werkstatt von Kyoto in deren Residenzstadt Edo, die sodann bis ins späte 19. Jahrhundert zum Hauptbetätigungsfeld der Kano wurde. Kōi stand im Dienst einer Seitenlinie der Tokugawa, die in der Provinz Kii (heute Präfektur Wakayama) herrschte. Zeitgenössische Quellen beschreiben ihn als einen der begabtesten Maler zu Beginn des 17. Jahrhundert. In der Nachwelt wurde er jedoch vom Ruhm seiner Neffen Tan’yū, Naonobu und Yasunobu überschattet, die im Dienst der Tokugawa in Edo standen. Dieses auf einem aus kleineren Papieren zusammengefügten Grund ausgeführte Bodhidharma-Bild belegt eindrucksvoll Kōis ausdrucksstarke Pinselsprache.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Niedriger Tisch (oder Fußbank)

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Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.

Kaiserlicher Thronsitz

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]