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Fliese mit Adlerwappen

Ident. Nr.: 1875,163

ObjID: obj:1855052

Details (Expert)

Datierung
zwischen 1438 und 1493
Abmessungen
Objektmaß: 21,2 x 21,2 x 3,7 cm

Objektbeschreibung

In der Mitte der quadratisch gerahmten Fliese befindet sich ein Rundschild, das einen nach links blickenden Adler zeigt. Er trägt einen Brustschild mit aufgelegtem Balken. Der Hauptschild wird von einem Knappen mit Barett gehalten, wobei der Schild fast den ganzen Körper verbirgt: Nur Kopf, Hals und Schulteransatz sowie das Schuhwerk sind sichtbar. Zu beiden Seiten des Schildes gehen je zwei Blüten, die aus sechs Punkten gebildet werden, an dünnen Stängeln ab. In den vier Ecken der Rahmenleiste befinden sich mit Maßwerkornament gefüllte Viertelkreise. Das Maßwerk besteht aus zwei genasten Fischblasenhälften und einem darüber in dem Zwickel stehenden, angeschnittenen Dreiblatt.
Aus Kempten, vom Grundstück Rathausplatz 20.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa