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Fliese mit heraldischem Adler

Ident. Nr.: 1876,1415

ObjID: obj:1855054

Details (Expert)

Datierung
Ende 15. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: 14,2 x 14 x 3,5 cm

Objektbeschreibung

Eine schmale Leiste rahmt das diagonal ausgerichtete Bildfeld quadratisch ein. Dargestellt ist ein nach rechts blickender Adler von schmaler, länglicher Gestalt. Die Flügel sind erhoben, das Gefieder, alternierend aus schmalen und breiteren Federn bestehend, ist strahlenförmig aufgespannt und biegt sich leicht nach außen. Der lang gezogene Schwanz ist symmetrisch in drei Strähnen gespaltet, die als Lilien enden. Die gespreizten Krallen sind links etwas zierlicher als rechts. Kopf und Hals sind durch die Drehung in einem S-Schwung angelegt. Der Schnabel ist geöffnet, die Zunge ist sichtbar. Am Hals geht nach links und rechts jeweils eine Feder ab, die sich einrollt.
Eventuell aus dem Reichsaal im Aachener Rathaus.

Letzte Aktualisierung: 18.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa