Logo

Fliese mit Fabeltier

Ident. Nr.: 1879,265

ObjID: obj:1855065

Details (Expert)

Datierung
1410 oder zwischen 1412 und 1433
Abmessungen
Objektmaß: 16 x 15,4 x 4 cm

Objektbeschreibung

In einem quadratischen Doppelrahmen steht ein nach rechts gewendetes Fabeltier von schlanker, schwungvoller, pferdeähnlicher Gestalt. Die Hinterläufe bestehen aus jeweils zwei voneinander gespaltenen Klauen, das Röhrbein ist mit Widerhaken versehen. An den kürzeren Vorderläufen befinden sich große, gespreizte Krallen mit Widerhaken. Die Kammmähne am Halsrücken ist durch mehrere Strähnen angezeigt. Auf dem schmalen Kopf verbinden sich zwei gebogene Hörner. Aus dem Maul speit das Fabelwesen in fünf Strahlen Feuer. Der nach oben geschwungene, dünne und kurze Schweif ist in drei Strähnen geteilt. Auf der unteren Rahmenleiste sind Gräser skizziert.
Aus dem Chor der Zisterzienserklosterkirche in Heilsbronn.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa