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Fliese mit antithetischem Vogelpaar

Ident. Nr.: 1913,82 e

ObjID: obj:1855104

Details (Expert)

Datierung
zwischen 1253 und 1275
Abmessungen
Objektmaß: 13,6 x 13,6 x 3,4 cm

Objektbeschreibung

In einem quadratischen Rahmen zwei antithetisch angeordnete Vögel mit gespreizten Krallen. Ihre Körper wenden sich von der Mitte ab, die Köpfe ihr zu. Den innenstehenden Flügel haben sie gesenkt, den äußeren in zwei Bogenlinien weit geschwungen. Ihre Schwänze vereinigen sich in der Mitte zu einer Pflanze mit fünf, symmetrisch angeordneten Herzblättern. Links und rechts sind die beiden unteren Blätter von den geöffneten Schnäbeln der ihnen zugewandten Vogelköpfe ergriffen.
Aus dem Stadionschen Domherrenhof in Konstanz.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa