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Höhlenansicht und Wandmalereien

Ident. Nr.: B 0983

ObjID: obj:1856501

Details (Expert)

Datierung
1902-1914
Material / Technik
Abmessungen
Plattengröße (Foto): 13 x 18 cm

Objektbeschreibung

Turfan-Expedition [1902-1914]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Klangplatte (kei)

Klangplatte (kei)

Die Klangplatte gehört mit zu den speziellen Kultgeräten, die in rituellen Handlungen des esoterischen Buddhismus ihre Verwendung finden. Während der rituellen Zeremonien sitzt der Priester in der Tempelhalle vor einem niedrigen Tisch, auf dem neben Wasser- und Weihrauchgefäßen verschiedene Kultgeräte nach einem bestimmten Schema, das ein Mandala symbolisiert, angeordnet sind. Dabei befindet sich die Klangplatte, welche an einem hölzernen Rahmengestell aufgehängt ist, auf der rechten Seite des Priesters. Sie wird mit einem Holzhämmerchen zum Klingen gebracht. Anfänglich aus China importiert, entwickelten japanische Handwerker während der Heian-Zeit die ersten japanischen Klangplatten. Die frühesten, in Japan hergestellten Klangplatten sind von einfacher geometrischer Form mit einem erhöhten zentralen Teil, der als Resonanzfläche dient. Während der späten Heian- und der frühen Kamakura-Zeit wurden vermehrt Sorgfalt und Fantasie für die äußere Form sowie für die aufwändige Behandlung des Oberflächendekors aufgebracht. Die klassische Form zeigt die Silhouette eines Berges, in dessen Mitte sich meist eine reliefierte, in Aufsicht gezeigte Lotosblüte oder zwei gegenständig angeordnete Pfauen befanden. Das vorliegende Exemplar gehört zu einer äußerst seltenen Gruppe von Klangplatten, die in der Form einer Lotosblüte gegossen wurden. Die Resonanzfläche ist als achtfach gelappte Samenkapsel geformt, wobei die Samen jeweils durch kreisrunde Gravierungen angedeutet sind. Jedes Blütenblatt ist definiert durch zwei parallel verlaufende Umrißlinien, die den Eindruck von plastischer Form erzeugen. Als eine der symbolträchtigsten Pflanzenarten im Buddhismus dient die Lotosblüte als Metapher für die erlangte Erleuchtung sowie als Symbol der Reinheit. Die Samenkapsel hat zudem eine glücksbringende Bedeutung. SM8HF

Kasuga Schrein-Mandala

Kasuga Schrein-Mandala

Am Fuße der Mikasa- und Kasuga-Berge in Nara befindet sich die Anlage des Kasuga-Schreines, der zu den sieben ranghöchsten Shintō-Heiligtümern Japans zählt. Der in der vertikalen Bildachse angelegte Pilgerweg verbindet den weitläufigen Schreinbezirk im oberen Bilddrittel mit dem dazugehörigen buddhistischen Tempel Kōfuku im Vordergrund. In den zu beiden Seiten liegenden Wäldern tummeln sich zahlreiche Hirsche, Wildschweine und Affen. Blaue und grüne Pigmente, die für den einheimischen Malstil, yamato-e, charakteristisch sind, dominieren die Farbgebung. Der dekorative Effekt des Bildes wird durch die reiche Anwendung von Goldfarbe, die vor allem die sakrale Bedeutung der heiligen Bezirke sowie des Pilgerweges unterstreichen, zusätzlich erhöht. Entsprechend der synkretistischen Glaubensvorstellung, wonach jede Gottheit eine früher dagewesene Manifestation oder eine niedergelassene Spur einer erst später nach Japan gekommenen buddhistischen Gottheit, suijaku, darstellt beziehungsweise jede buddhistische Gottheit die ursprüngliche Erscheinungsform der ihr zugeordneten shintoistischen Gottheit, honji butsu, ist, wurden seit dem 12. Jahrhundert verschiedene Typen von Kultbildern eingeführt, die die harmonische Koexistenz dieser beiden religiösen Richtungen veranschaulichen. In Riten zur Verehrung der Kasuga-Gottheiten, die ursprünglich als Schutzpatrone des mächtigen Fujiwara-Clans verehrt wurden, kommen hauptsächlich zwei Bildgattungen vor: das Hirsch-Mandala, "Kasuga shikamandara" und das Schrein-Mandala, "Kasuga miyamandara", Üblicherweise befinden sich bei Darstellungen des zweiten Typus die buddhistischen Erscheinungsformen der vier Kasuga-Gottheiten in der obersten Bildzone.