Logo

Erzengel Michael

Ident. Nr.: 1944,18 (61 d)

ObjID: obj:1860877

Details (Expert)

Datierung
15. Jahrhundert
Material / Technik
Blei-Zinn-Legierung, gegossen
Abmessungen
Objektmaß: 33,3 x 33,3 x 5,5 mm
Gewicht: 3,2 g

Objektbeschreibung

Flachguss, mit runder Öse an der Rückseite. Das runde Bildfeld ist von einem, mit einer einfachen Linie und einem tordierten Draht gerahmten Würfelaugenfries umgeben, dem sich außen eine Bogenreihe anschließt. Dargestellt ist der Erzengel Michael in Rüstung mit ausgebreiteten, erhobenen Flügeln, deren Spitzen über den Bildrahmen ragen. Sein Haupt ist von kinnlangem Haar umgeben. Der rechte Arm hält ein Schwert über den Kopf. Der linke Arm ist leicht angewinkelt nach unten gesenkt. Auf dem Unterarm erscheint ein kleines, rundes Schild. Am Boden hinter dem Engel liegt ein Dämon. Sein Haupt mit drei leicht gebogenen Hörnern und spitzen Ohren blickt zur Rechten des Engels frontal aus dem Bildfeld. Der Körper ist hinter dem Erzengel und als unregelmäßige, gepunktete Struktur dargestellt. Hinter dem linken Bein des Engels sind die Füße des Teufels zu sehen, die je zwei große Krallen tragen. HK

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa