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Filigranplatte, vielleicht vom Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom stammend

Ident. Nr.: 1911,126

ObjID: obj:1872199

Details (Expert)

Datierung
um 1200
Abmessungen
Objektmaß: 4,06 x 7,92 x 0,93 cm (Breite des sichtbaren Ornamentfeldes: 7,11)
Gewicht: 40,5 g

Objektbeschreibung

Queroblong orientierte Filigranplatte mit symmetrisch angelegtem, aus zwei nebeneinander angeordneten Stämmen emporwachsendem vegetabilen Dekor. Die flachen Filigrandrähte sind im Querschnitt rechteckig, liegen mit einer der Schmalseiten auf dem Rezipienten auf und sind nur an der gegenüberliegenden oberen Seite geperlt. Die an den Rankenenden auftretenden Knospenmotive sind aus bienenkorbartig gewundenen runden Filigrandrähten, die Blütenmotive aus Granalien gebildet. Der zentrale, annähernd ovale Bergkristall mit Facettenschliff sitzt in einer passenden hohen silbernen Zargenfassung (beides nachmittelalterliche Ergänzungen). Die vier gemugelten honiggelben Steine (im Brand 1945 farblich veränderte Amethyste) an den Ecken der Beschlagplatte haben flachere kupfervergoldeten Zargenfassungen mit unten umlaufenden Perldrähten. Die äußere Rahmung des Ornamentfeldes wird durch vier stärkere runde Perldrähte gebildet, die an der Innenseite jeweils von einem flachen Filigrandraht begleitet werden. Die rahmenden Drähte wurden vor der Lötung durch vom Rezipienten abgelöste und umgebogene Späne fixiert. An beiden Schmalseiten des Beschlages befinden sich über die Rahmung überstehende Befestigungslaschen, die beide jeweils etwa in der Mitte ein Nagelloch aufweisen. Die rechte Lasche ist beschnitten. Ein weiteres Nagelloch im linken Teil der Platte nimmt Rücksicht auf den Verlauf des Filigranornaments. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."