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Landschaft

Ident. Nr.: 2009-166

ObjID: obj:1878044

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Aoki Shukuya 青木夙夜 (ca. 1737 - 1802),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
2. Hälfte 18. Jh.
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 16,5 x 44,3 cm

Objektbeschreibung

Im Schatten zweier verzweigter alter Kiefern, durch einen Erdhügel halb verdeckt, ist ein auf vier Seiten offener Pavillon zu sehen. Von dort aus bietet sich dem Betrachter die Aussicht über eine Wasserfläche zu einem hohen Bergmassiv auf der gegenüberliegenden Uferseite. Kaskadenartig ergießt sich auf mittlerer Höhe des Berges ein breiter Wasserfall in einen Fluss. Dem Maler gelang es das Fächerformat geschickt für die Abbildung eines großen Panoramas in bescheidenem Format zu nutzen. Die helle Tuschetönung der Umrisslinien sowie die wässrigen Grün-, Blau- und Ockertöne verleihen der Komposition eine erfrischende Leichtigkeit, die durch die überwiegende Anwendung von pfefferkornähnlichen Struktur-Tupfen betont wird.
Shukuya gehört zu den besten Schülern des Ike Taiga (1723–1776) und als der treueste Bewahrer des Taiga-Stils. Nach Taigas Tod durfte er das Pseudonym “Taigadō (Halle des Taiga)“ übernehmen und verwaltete fortan auch dessen Atelier. Diese Darstellung veranschaulicht Shukuyas Fähigkeit, den für Taiga charakteristischen Pointillismus perfekt nachzuahmen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Die Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit

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Zu den heiligsten und wichtigsten Texten des Mahâyâna-Buddhismus gehören die insgesamt 600 Kapitel umfassenden "Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit" (sanksr. Mahâ-prajnâpâramitâ-sûtra, jap. Dai-hannyaharamitta-kyô), welche der berühmte chinesische Pilgermönch Xuanzang (596-664) aus Indien mitgebracht und zwischen 659 und 663 ins Chinesische übersetzt hatte. Dieser buddhistische Lehrtext enthält Predigten, die Buddha in 16 Zusammenkünften auf dem Geierkopfberg in Magadha und an drei anderen Orten vor seinen Schülern und Laienanhängern gehalten haben soll. Seit dem achten Jahrhundert war es unter der Aristokratie und dem Klerus Japans ein beliebter Brauch, Sutrentexte auf kostbar verziertem Papier abzuschreiben. Die Vervielfältigung der heiligen Schrift wurde einerseits als religiöse Übung erachtet, andererseits erhoffte man damit auch heilbringende Wirkungen. Für die Sutrenabschriften wurde meist Papier verwendet, das mit Indigo dunkelblau gefärbt wurde. Für die Schrift und die begleitenden Illustrationen benutzte man Gold und Silber. Der Berliner Satz soll ursprünglich 60 Miniaturrollen umfasst haben. 10 Rollen wurden jedoch bereits im Jahre 1784 wegen Insektenfraß entfernt. Die übrig gebliebenen 50 Rollen enthalten je 10 Kapitel, wobei das äußere Deckblatt, hyôshi, mit prächtigen, stilisierten Blütenranken, hosoge, verziert ist. Auf dem Deckblatt ist auch eine Kartusche vorgesehen, in der die Nummerierung der jeweiligen Rolle sowie der Titel geschrieben ist. Auf der Innenseite fangen alle Rollen mit einer szenischen Darstellung von Buddhas Predigt vor seinen Schülern und Laienanhängern an. Eingebettet wird diese Szene in eine stilisierte, nicht näher identifizierbare Landschaft. Danach folgen die einzelnen Kapitel, die jeweils mit einem Titel voneinander getrennt sind. Mehrere Rollen sind jeweils in einem Schwarzlackkästchen untergebracht, das auf der Innenseite auf Rotlackgrund mystische Bannsilben im sogenannten Siddham-Alphabet trägt. Sechs solcher Kästchen, von Brokathüllen umgeben, füllen den großen, in der Negoro-Technik lackierten Aufbewahrungskasten. Der Kastendeckel ist mit einer chinesischen Gedichtaufschrift versehen. In einer illustrierten Chronik der Provinz Settsu aus dem Jahre 1797 wurde der Berliner Satz, der sich damals im Besitz des Jingu-Tempels in Sumiyoshi, Ôsaka, befand, erwähnt. Gemäß Akisato Ritô, dem Verfasser der Chronik, stammen Schrift und Bild von der Hand der Kaiserin Kômyô (701-760). Die technische Ausführung der Malerei deutet jedoch auf eine Arbeit des 12. Jahrhunderts hin.