Logo

Schreibkasten (suzuribako)

Ident. Nr.: 1811

ObjID: obj:1880682

Geschenk Gustav Jacoby

Details (Expert)

Datierung
Meiji-/Taishô-Zeit
frühes 20. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 5,3 x 22 x 24 cm

Objektbeschreibung

Der fast quadratische Schreibkasten (suzuribako) trägt auf der Deckeloberseite auf schwarzem Lackgrund den Dekor von zwei übereinander liegenden Gedichtblättern (shikishi). Das größere, quadratische der beiden zeigt auf einem Grund von Chrysanthemen aus flach eingestreutem Goldpulver ein Gedicht des Fujiwara Tadafusa (Anfang 14. Jh.) in Einlagen aus Perlmutter und Goldfolie. Es lautet: "Wenn in des wolkenlosen Tages klare Ferne der Blick schweift wie mehren sich auf hoher See die Fischerboote". Dem zweiten Gedicht in Tanzaku-Form unterliegt ein Einstreudekor aus Gold- und Silberpulver mit einer Darstellung der Blüten der herbstlichen Lespedeza. Das Gedicht selber besteht aus Goldfolie und Einlagen aus Perlmutter und wird dem Fujiwara Tamehira (1409) zugeschrieben. Es lautet: "Das Meer! Am Horizonte im Strahl des klaren Mondes tauchen auf die Fischerboote". (beide Übersetzungen nach O. Kümmel, 1925). Das Kasten- und Deckelinnere zeigt großzügig Segelboote in Silber- und Goldeinstreuung und zart angedeutete Wasserlinien. Der nicht mehr erhaltene Wassertropfer aus Silber war in Form des Mondes gestaltet. Unter dem schwarzen Lackgrund des Deckels schimmert der Textilgrund deutlich durch.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Die Legende vom Prinzen Vishvantara

Die Legende vom Prinzen Vishvantara

Diese 10 m lange Bildfolge erzählt in 86 fortlaufenden Szenen das Vessantara Jataka, die Geschichte des Prinzen Vishvantara, dessen Leben durch seine Großherzigkeit, vor allem grenzenlose Freigebigkeit, bestimmt wurde. Der begleitende Verstext ist in der nepalesischen Sprache Newari geschrieben. Obwohl die bemalte Bildrolle erst im 19. Jh. geschaffen wurde, setzt sie eine sehr alte und weit verbreitete buddhistische Tradition fort.Das Vessantara JatakaDas Vessantara Jataka, die Geschichte des Prinzen Vishvantara, ist im Theravada Buddhismus eine der bekanntesten Geschichten über frühere Leben buddhistischer Persönlichkeiten, in diesem Fall von Buddha Shakyamuni. Die Geschichte handelt vom Leben und von den Taten eines barmherzigen Prinzen und wird in vielen Ländern Südostasiens wie Thailand, Laos, Myanmar, Sri Lanka und Kambodscha jährlich bei Festen aufgeführt und gefeiert. Die Geschichte des Prinzen VishvantaraVishvantara wird in die Waldeinsamkeit geschickt, wohin ihn seine Familie begleitet. Nachdem er bereits einen Elefanten, ein Pferd und einen Wagen weggegeben hat, fordert ein alter Brahmane den Prinzen auf, auch seine Frau und Kinder wegzugeben. Der Prinz überläßt sie ihm. Schließlich hat er alle Prüfungen bestanden und wird im Tushita-Himmel wiedergeboren. Denn Vishvantara wird als letzte irdische Existenz des künftigen Buddha betrachtet. Die Geschichte vom Prinzen, der alles hergibt was er besitzt, zeigt die Tugend vollendeter Grosszügigkeit. SM8HF