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Mumienmaske einer Frau

Ident. Nr.: 14/62

ObjID: obj:1882591

Details (Expert)

Datierung
Ptolemäisch-römische Zeit, 1. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr.
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 30 x 25 x 15 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 34 x 26 x 25,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1962 von Henrich, Frankfurt/Main (Kunsthandel) erworben

Objektbeschreibung

Zum Schutz und zur Individualisierung des Leichnams wurden Mumien schon in pharaonischer Zeit mit Kartonagen umhüllt, die den ganzen Körper bedecken konnten. Diese Tradition wurde in die ptolemäisch-römische Zeit übertragen, wobei sich insbesondere Haartracht und Kleidung der vorherrschenden Mode anpassten. Aber auch die Ausgestaltung der Gesichtsmerkmale unterlag zeitlichen und regionalen Präferenzen, wie dieser Kopfbereich einer ehemals vollständigen Mumienhülle einer Frau zeigt – ebenso wie das männliche Pendant (ÄM 13608). Die großen Augen sind auffällig mit breiten schwarzen und schmalen roten Linien umrandet. Das Farbschema wiederholt sich auch bei den Augenbrauen, und das gesamte, sehr hellhäutige Gesicht ist ebenfalls von einem roten Farbband gerahmt. An den nur schematisch angedeuteten Ohren hängen vergoldete Ohrringe, die filigrane Schmuckstücke zum Vorbild hatten, hier aber eher grob gestaltet sind. Um Nase und Mundwinkel verlaufen dünne, in Schnörkeln endende rote Linien. Das Gesicht ist glatt, so dass die Augenbrauen, die scharfkantige Nase und die vollen Lippen plastisch hervortreten. Besonders auffällig ist die Kinnpartie, die aufgrund einer senkrechten Mulde in der Mitte in zwei kleine Erhebungen getrennt ist. Diese werden optisch durch jeweils einen roten Punkt und eine herzförmige Umrahmung besonders betont. Dominiert wird die gesamte Erscheinung durch die wuchtige rote Kopfbedeckung. Über den unteren glatten Teil erhebt sich ein in der Realität wahrscheinlich aus Wolle und Textilfasern gefertigter Haarreif oder ein Haarnetz mit zwei gedrehten schwarzen Kordeln. Diese Tracht findet man in ptolemäisch-römischer Zeit in der für ihre Textilproduktion berühmten Region von Achmīm. Durch dort gefundene Mumienkartonagen ist die auffällige Gesichtsbemalung gut belegt, so dass auch dieses Objekt trotz des fehlenden Grabungskontextes relativ sicher in den Achmīmer Raum verortet werden kann. 

(Olivia Zorn)

Letzte Aktualisierung: 11.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Backsteinfragment mit ornamentalem Dekor

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Bei dem Fragment handelt es sich, wie die äußere Form und die Tiefe des Reliefs zeigt, um eine ehemalige Wandfliese, die Teil eines Fensterpfostens oder einer Türrahmung gewesen ist. Der Stein besitzt eine gleichschenklig trapezförmige und könnte zur Mittelstütze einer Fenstergruppe gehört haben, die aus einem schmalen lotrechten Wandstreifen und den im stumpfen Winkel anschließenden Schrägen bestand. Er zeigt einen Fries senkrecht laufender und miteinander verbundener Herzpalmetten und stammt aus dem Zisterzienserkloster St. Urban bei Luzern, wo es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine florierende Produktion von Formsteinen gab, die weit über die umliegenden Ortschaften hinaus exportiert wurden. Von den bekannten Backsteinherstellungen hebt sich das St. Urbaner Stück in mehrerer Hinsicht ab: Es ist übermäßig groß, Maße von 54 x 30 x 22 cm sind die Regel, wofür man einen riskanten Brennprozess in Kauf nahm; es imitiert Hausteinformen, die in keine backsteingerechte Formen übersetzt wurden. Die Backsteinproduktion in St. Urban lässt sich vor allem aufgrund der zum Teil sicher datierten Burgen und Kirchen, an denen sie zum Einsatz kamen, zeitlich gut eingrenzen. Klar ist außerdem, dass sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts zum Erliegen gekommen ist. Es wurde immer wieder vermutet, dass der reiche Motivschatz der St. Urbaner Muster (mehr als 100 verschiedene Motive nachgewiesen) illustrierten Handschriften der Klosterbibliothek entnommen wurde. Immerhin fallen in diese Zeit auch andere Verfeinerungen bestimmter Kunsttechniken in St. Urban (Inkrustationen, Glasuren), die auch dort betrieben wurden.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Wandkonsole mit reichem Blattbesatz (Laubwerkkonsole)

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Die Konsole hat eine kelchförmige Gestalt mit Blattornamenten und rechteckiger Deckplatte. Die Deckplatte zeigt jeweils fünf Seiten eines Achtecks und ist wohl dadurch zu erklären, dass sie an einer der beiden Wandzungen, an den rechtwinklig abknickenden Seiten des Portals gestanden haben wird. Der vegetabile Schmuck besteht aus einer Reihe von Blättern, die dem Kelch aufgelegt sind und zur eckigen Form der Deckplatte vermitteln. Dadurch wird die tektonische Strenge überspielt, ohne gegen die Konventionen des Aufbaus einer gotischen Konsole zu verstoßen.Die Kirche des in den 1030er-Jahren am linken Aaufer gegründeten Damenstifts Liebfrauen war von Beginn an zugleich Pfarrkirche der Bürger der Münsteraner Vorstadt Überwasser. Diese Doppelfunktion, die sich auch in der Finanzierung und Nutzung des 1340 begonnenen Neubaus spiegelt, dürfte für die Konzeption des Westportals von Bedeutung gewesen sein. Mit der Errichtung des Turms wurde, wie man aus einem Bauvertrag weiß, 1363/64 begonnen. 1374 ließ Fürstbischof Florenz von Wevelinghoven (amt. 1364–78) mehrere Reliquien in der rechten Schulter des Marienbildes am Portal einschließen und man hat zu Recht angenommen, dass zu diesem Zeitpunkt das Portal mit seinem Figurenschmuck vollendet war, vielleicht auch schon bereits seit mehreren Jahren. Die Funktion der Konsolen ist die Vermittlung zwischen der streng geometrischen Architektursprache des kunstvollen Portalgebildes und der menschlichen Figur. Daher wurden auch die einzelnen Glieder (Halsring und Kelch) in fantasievolle pflanzliche Gebilde aufgelöst, deren wohl kalkulierter Verismus nicht auf effektvolle Überraschung abzielt, sondern der Wirkungs- und Bedeutungseinheit von Architektur und Skulptur dient.Die Konsolen des Westportals der Liebfrauenkirche passen gut in die Genese gotischer Laubwerkgestaltung, bei der um 1350 eine Tendenz zur stärkeren Bewegung und einem Verwischen der Grenzen zwischen Wand und Ornament festzustellen ist. Die Werkstatt hat, wie die geringere Qualität der späteren Konsolen in Münster zeigt, die Stadt wieder verlassen, möglicherweise, um in Utrecht zu arbeiten, wo sich am Dom um 1380 vergleichbare figürliche Darstellungen finden. Der Steinmetz hat sich eindeutig an der Bauornamentik des Kölner Doms orientiert, wie eine Durchsicht der dortigen Kapitelle im Chor und Langhaus zeigt. (Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)