Logo

Ident. Nr.: I B 2778

ObjID: obj:188405

Details (Expert)

Beteiligte
Willi Rickmer Rickmers (1891),
Sammler*in
Geografische Bezüge
West-Turkestan,
Land/Region
Abmessungen
Höhe x Breite: 127 x 202 cm (H: Rücken, B: von Ärmel zu Ärmel)
Gewicht: ca. 2,3 kg Transportgewicht: ca. 14 kg mit Objektträger aus Stahl
Transportmaß: 160 x 210 x 45 cm
Erwerbung
Schenkung von Rickmers 1903

Objektbeschreibung

Frauenkleid mit Silberstickerei. Vorn offenes Gewand aus rotem Seidensamt mit großen Boteh-Mustern aus Silberstickerei mit Pailletten. An den Rändern breite Borten, ebenfalls Silberstickerei und Pailletten.
Futter: Ikat mit großen runden Mustern (grün, gelb, weiß, rot)
Auf dem Rücken unterhalb des Halsrandes besonders feine, nach unten spitz zulaufende Stickerei (Silber, Gold, hellblaue Seide, grüner Samt)
Anmerkung: Es scheint sich um einen umgearbeiteten Männermantel zu handeln, besonders die feine Rückenstickerei, die bei Frauen von einem Kopftuch bedeckt ist, spricht dafür. Die Boteh-Muster sind durch die Umarbeitung teilweise durchgeschnitten. Die sekundär grob angebrachten Raffungen unterhalb der Ärmel, die das Stück als Frauengewand ausweisen, vielleicht auch das Neuansetzen der Borte, verhindern das vordere Schließen des Mantels.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.