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Narihira auf dem Weg zu Prinz Koretaka, aus dem Ise Monogatari

Ident. Nr.: 3599

ObjID: obj:1884671

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Beteiligte
Kikuchi Yōsai 菊池容斎 (1788 - 1878),
Maler*in
Datierung
Meiji-Zeit
1874
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 53,5 x 79,1 cm
Objektmaß: 155 x 98 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Kikuchi Yōsai war ein führender Vertreter der Malerei historischer Themen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach westlichem Vorbild zur Formulierung einer nationalen Identität propagiert wurde. Im Stil der einheimischen Malerei illustriert Yōsai hier eine Episode aus dem Ise monogatari, einem Klassiker der japanischen Literatur. Verfasst gegen Ende des 10. Jahrhunderts, erzählt dieses Prosabeschreibungen und Gedichte vereinende Werk von den Liebesabenteuern des Höflings Ariwara Narihira (825–880). Hier besucht der auf einem Pferd reitende Protagonist in Begleitung eines Dieners mitten im Winter den Prinzen Koretaka. Der Prinz war bei Hofe in Ungnade gefallen und hatte sich daraufhin als Priester in einen einsam in den Bergen gelegenen Tempel zurückgezogen. Das Thema der Loyalität war für den Vorbesitzer dieses Bildes, Klemens Wilhelm Jacob Meckel (1842–1905), der von 1885 bis 1889 im Auftrag der japanischen Regierung das japanische Militär nach preußischem Vorbild organisieren half, sicher von enormer Bedeutung.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]