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Fragment eines als Andachtsbild genutzten Pilgerzeichens mit Darstellung der Hl. Barbara

Ident. Nr.: 1930,60 b

ObjID: obj:1885693

Details (Expert)

Datierung
15. Jahrhundert
Material / Technik
Blei-Zinn-Legierung
Abmessungen
Objektmaß: 45 x 25 x 2,5 mm
Gewicht: 3,6 g

Objektbeschreibung

Gitterguss, ohne Rahmung. Die frontal stehende hl. Barbara mit schraffiertem Nimbus hält in ihrer Linken einen Palmwedel der über die Schulter hinausragt und in der Rechten ein geschlossenes Buch. Links steht, fast körperhoch dargestellt, der attributive Turm. Der Kopf der Heiligen ist abgebrochen aber erhalten. Ein schmaler Fuß unterhalb der Standfläche ist in Verlust geraten.
Aus diesem Detail, dem bei einem ähnlichen Exemplar im Uměleckoprůmyslové museum [Kunstgewerbemuseum] Prag (Inv. Nr. 3-5706) noch erhaltenen Ständer, kann auf die Funktion der Heiligendarstellung als miniaturhaft kleines Andachtsbild geschlossen werden. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR