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Grasendes Pferd unter Herbstlaub

Ident. Nr.: 2009-181

ObjID: obj:1886514

Details (Expert)

Beteiligte
Nakabayashi Chikkei 中林竹渓 (1816 - 1867),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
Mitte 19. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 122,6 x 41 cm

Objektbeschreibung

Chikkei war Sohn und Schüler des Literatenmalers Nakabayashi Chikutō (1776–1853). Unter den Ästen eines herbstlich gefärbten Ahornbaumes zeigt er hier ein friedlich grasendes, schwarz-weiß geschecktes Pferd ohne Zaumzeug. In der japanischen Malerei werden Pferde meist als Statussymbol eines Kriegers, mit prachtvollem Zaumzeug im Stall oder in Aktion als Reittier, dargestellt. Ungebundene Pferde in der Natur sind eher selten anzutreffen. Daher darf angenommen werden, dass Chikkei von chinesischen Darstellungen inspiriert war. In China genießen Bilder von ungezähmten Pferden – meist in einer Gruppe von neun Tieren –, die über freies Feld galoppieren oder friedlich auf der Weide grasen als Symbol der Freiheit, der Dynamik und der positiven Energie hohe Popularität. Die Konzentration auf ein einzelnes Pferd ist vielleicht, ebenso wie der eindeutige jahreszeitliche Bezug, der durch einen rot gefärbten Ahornbaum hergestellt ist, japanischen Vorlieben zuzuschreiben. So wurde etwa das Gedicht Nummer 305 der Anthologie Kokinwakashū aus dem frühen 10. Jahrhundert laut Eileitung verfasst, nachdem der Autor im Begriff einen Fluss zu durchqueren sein Pferd unter einem Baum angebunden hat, der das Herbstlaub abwirft. Es lautet: Stehen bleibend / und mich umsehend / fällt das Herbstlaub / wie der Regen / aber das Wasser steigt nicht. Da das Gedicht für einen Stellschirm mit Malerei bestimmt war, ist davon auszugehen, dass es unter Malern nicht unbekannt blieb.

Letzte Aktualisierung: 11.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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