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Karpfen

Ident. Nr.: 2009-187

ObjID: obj:1887149

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Itō Jakuchū 伊藤若冲 (1716 - 1800),
Maler*in
Monchu Jofuku / Daimi Fukurochu (1739 - 1829),
Künstler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
datiert 1793
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 109,5 x 30,6 cm

Objektbeschreibung

Die eigenwillige Charakterisierung des fast das ganze Format füllenden Tusche-Karpfens mit großen, auf den Betrachter gerichteten Glupschaugen bezeugt Jakuchūs individuelle Sichtweise in den Arbeiten seines Spätwerks. Ähnlich wie bei seinen zahllosen Hühnerbildern vermeint man hier regelrecht die Persönlichkeit des Fisches erkennen zu können und fragt sich, ob es sich bei solchen Tierbildern nicht möglicherweise um heimliche Porträts seiner Zeitgenossen handeln könnte. Die summarisch aber stimmig festgehaltenen Windungen des Fischleibes und der Schwanzflosse belegen ferner die Früchte einer feinen Beobachtungsgabe. Nach einem Brand, bei dem sein Wohnsitz vollständig zerstört wurde, zog Jakuchū sich 1788 in den der Rinzai-Schule des Zen-Buddhismus zugehörigen Tempel Shōkokuji zurück. Auch der Schreiber der Aufschrift, Monchū Jōfuku stand sowohl der Ōbaku-Schule des Zen (c. Huangbo) wie auch dem orthodoxeren Shōkokuji nahe. Er war ein Mönchsgelehrter, der verschiedene Ämter in der Tempelhierarchie innehatte und häufig diplomatische Missionen übernahm, die ihn auch nach Edo und Osaka führten. Selbst ein begabter Dichter, unterhielt er zahllose Kontakte mit Malern und Gelehrten. Sein Aufschriftgedicht, das den Karpfen als Symbol für Erfolg im Studium interpretiert, ist deutlich von chinesischem Gedankengut geprägt. So ist etwa die Figur des Wang Xiang, der auf der Suche nach Karpfen auf einer Eisfläche ausharrte, dem konfuzianischen Klassiker „24 Beispiele der Kindespietät“ (c. Ershisi xiao) entnommen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]