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Schüssel mit Allianzwappen der Familie Imhoff-Schlaudersbach

Ident. Nr.: 1891,30

ObjID: obj:1887618

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Venedig, Majolikawerkstatt,
Hersteller*in
Datierung
um 1518
Abmessungen
Durchmesser: 42,8 cm
Höhe: 6,4 cm

Objektbeschreibung

Runde Schüssel aus hellgelbem Ton mit weißer, schwachbläulichen Glasur. Spiegel und Fahne mit blauen Ranken und Lotosblumen "alla porcellana", in der Art chinesischer Blau-Weißporzellane der Ming-Dynastie (1368-1644) bzw. orientalischer Fayencen, die wiederum auf chinesisches Porzellan Bezug nahmen. Solche kostbaren Gefäße gelangten über den Handel nach Europa und inspirierten seit dem späten 15. Jahrhundert oberitalienische Werkstätten, insbesondere in Venedig und Faenza.Im Zentrum des Tellerspiegels mehrfarbig das Allianzwappen der Nürnberger Patrizierfamilien Imhoff (linkes Wappen) und Schlaudersbach (rechtes Wappen). Auf der Rückseite ist die Fahne ebenfalls mit Ranken "alla porcellana" bemalt. Ein weiterer Prunkteller aus demselben Service befindet sich als Dauerleihgabe im Berliner Kunstgewerbemuseum. Weitere Teile des Services sind im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe vertreten. Das Service könnte aus Anlass der Hochzeit von Andreas Imhoff (1491-1579) und Ursula Schlaudersbach (1501-1525) im Jahr 1518 entstanden sein. Die Familie Imhoff unterhielt eine Niederlassung in Venedig und handelte mit Gewürzen, Pelzen, Papier, Nürnberger Metallwaren, Wein und Südfrüchten.
Lit.: Tjark Hausmann: Majolika. Spanische und italienische Majolika vom 14. bis zum 18. Jahrhundert (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums Berlin VI), Berlin 1972, Kat. Nr. 234; Tjark Hausmann: Fioritura. Blütezeiten der Majolika. Eine Berliner Sammlung, Berlin 2002, Kat. Nr. 81
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .