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Lotos und weiße Reiher

Ident. Nr.: 3602a

ObjID: obj:1891019

Details (Expert)

Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 104 x 35 cm
Objektmaß: 200 x 53,3 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Am Ufer einer von imposanten Lotos- und anderen Wasserpflanzen bewachsenen Sumpflandschaft stehen zwei Reiherpaare dicht aneinander gedrängt. Während zwei der Vögel in geduckter Haltung verharren, recken die übrigen ihre langen Hälse und blicken zu einem fünften, sich im Anflug befindenden Reiher auf.
Bemerkenswert ist die Gestaltung der Vogelkörper. Durch das in der ostasiatischen Tuschemalerei beliebte Verfahren, den Bildgrund mit dünner Tuschelösung zu tönen, ließ der unbekannte Maler das Gefieder der Reiher hell erscheinen, ohne weiße Pigmente verwenden zu müssen. Augen, Schnäbel und Beine der Vögel sind mit tiefschwarzer Tusche betont. Durch geschickte Abstufung der Tusche erscheinen Blätter und Blüte des Lotos plastisch. Weiße Reiher und Lotos bilden ein beliebtes Motiv in der buddhistischen Tuschemalerei Ostasiens. Sie symbolisieren die Reinheit, da sich beide ihr makelloses Weiß bewahren, obwohl sie in Sumpflandschaften heimisch sind. Auf beiden Hängerollen ist ein „Shinnō“ zu lesendes Siegel zu erkennen, welches Nōami (1397–1471) zugeordnet wird. Da von diesem Hofmaler und künstlerischen Berater des kunstfreudigen Shogun Ashikaga Yoshimasa (1435–1490) kaum gesicherte Bilder erhalten sind und diese sich subtil vom vorliegenden Hängerollenpaar unterscheiden, ist anzunehmen, dass es sich hierbei um Kopien oder Fälschungen handelt.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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