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Bildnis des Prinzen Rokuson

Ident. Nr.: 227

ObjID: obj:1891200

Details (Expert)

Datierung
Muromachi-Zeit
15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Farben auf Seide
Abmessungen
Bildmaß: 130 x 70,5 cm

Objektbeschreibung

In ein höfisches Gewand gekleidet, sitzt Prinz Rokuson (894–961), auch Minamoto Tsunemoto genannt, erhöht auf einer Tatami-Matte unter einem zweifach gerafften Vorhang aus kostbarem Brokat. In die obere rechte Ecke des Bildes sind zwei dekorierte Gedichtblätter (j. shikishi) gemalt, die jedoch nicht, wie sonst üblich, beschrieben sind.
Porträts von Kaisern, Hofadligen und Feldherren kamen in Japan im späten 12. Jahrhundert auf. Im Gegensatz zu den chinesisch beeinflussten Porträts buddhistischer Würdenträger (j. chinsō) werden solche Herrscherbildnisse, (j. ei oder miei) im einheimischen Malstil ausgeführt. Da die meisten Porträts zwecks Verehrung in den Familientempeln der Verstorbenen erst posthum angefertigt wurden, die Maler also zuweilen die Dargestellten nicht gekannt haben konnten, sind gewisse Idealisierungen in der Physiognomie der Abgebildeten unvermeidlich. Besonders beim vorliegenden Bild, das erst einige Jahrhunderte nach dem Tod des Porträtierten entstanden ist, muss trotz sichtbarer Bemühungen des Künstlers um naturalistische Darstellung von einem Idealporträt gesprochen werden. Prinz Rokuson war der älteste Sohn des Sadazumi Shinnō, des sechsten Sohnes des Kaisers Seiwa (reg. 858–875), von dem die drei berühmten Adelsfamilien Minamoto, Ashikaga und Tokugawa abstammen. Rokuson war maßgeblich bei einigen militärischen Kampagnen der Minamoto gegen die feindlichen Clans der Taira und Fujiwara im Kampf um die Vorherrschaft im 10. Jahrhundert beteiligt.
Eine Inschrift auf dem Deckel des Aufbewahrungskasten schreibt das Bild einem Maler der Takuma-Schule zu, einer Traditionslinie von Malern an buddhistischen Templen (j. ebusshi), die bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Kyoto tätig waren. Der Malstil lässt jedoch eher auf eine Entstehung im 15. Jahrhundert oder später schließen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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