Logo

Omophorion eines Bischofs

Ident. Nr.: 9182 ,9185, 9187, 9188

ObjID: obj:1891476

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 9.-11. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Leinen und Seide
Abmessungen
Länge: 217 cm insgesamt
Breite: 10 cm
Länge: linker Streifen 61 cm
Länge: mittlerer Streifen 57 cm unten
Länge: mittlerer Streifen 40 cm oben
Länge: rechter Streifen 22 cm unten
Länge: rechter Streifen 35 cm oben
Rahmenaußenmaß: 110 x 70 x 3 cm
Erwerbung
1903 von Robert Forrer erworben

Objektbeschreibung

Die Fragmente stammen von einem Omophorion, einem schalartigen Band, das zur bischöflichen Gewandung gehörte und um die Schultern getragen wurde. Die ursprünglich zusammenhängenden Fragmente hatten eine Länge von etwa 217 cm, was ungefähr der Hälfte der Gesamtlänge des Bandes entspricht. Auf einem Streifen aus Leinengewebe sind übereinander ovale, kreuz- und rautenförmige Applikationen von wiederverwendeten Seidengeweben im Wechsel mit rechteckigen Bildstickereien angebracht. Letztere stellen Szenen und einzelne Gestalten aus dem Leben Christi dar; von links nach rechts und von oben nach unten: Christus als Lehrer, Christus als Weltrichter, Verleugnung Petri, ein Erzengel und die Auferweckungs des Lazarus (auf dem Kopf entsprechend der ursprünglichen Anordnung), ein Erzengel und die Heilung des Blinden, Christus am Kreuz sowie Maria und Engel vor dem Grab. Ein gestreiftes Seidengewebe bildete wohl eines der beiden originalen Enden.
Im Jahr 2009 wurde eine Radiocarbonanalyse zur Absicherung der Altersrbestimmung vorgenommen. Sie erbrachten eine Datierung von 890-1016 für den leinenen Stickgrund und von 894-1015 für das seidene Ikatgewebe auf dem Fragment rechts in der Abbildung. Beide Werte haben eine Wahrscheinlichkeit von 95,4 %.

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)