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Kaminplatte mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige

Ident. Nr.: AE 310

ObjID: obj:1891525

Details (Expert)

Beteiligte
Philipp Soldan (um 1500–1575),
Formschneider*in
Heinrich Bunsen,
Formschneider*in
Datierung
1615
Material / Technik
Eisen, gegossen
Abmessungen
Höhe x Breite: 136 x 134 cm

Objektbeschreibung

Die markante Form der dreibogigen Kaminplatte wurde um 1600 mehrfach verwendet. Sie erscheint jedoch stets unterschiedlich geschmückt. Die vier Figuren der Anbetung der Könige auf dieser Platte sind das Werk des Frankenberger Formschneiders Philipp Soldan, der neben Modeln für die Eisengusshütte des Klosters Haina auch Holz- und Steinbildwerke schuf und als bedeutender Bildhauer der deutschen Spätrenaissance gilt. Die Nutzung der Gussformen noch ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung ist deutlicher Ausdruck eines stilistischen Beharrungsvermögens, das gerade an Eisengussarbeiten häufig zu beobachten ist. Verantwortlich für die Wiederverwendung der Modeln Soldans ist vermutlich sein Schüler Heinrich Bunsen, dem die beiden alttestamentlichen Figuren Gideons und Josuas im oberen Bildfeld zugeschrieben werden. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa