Antropomorpher Sarkophag des Wennofer (Wen-nefer)
Ident. Nr.: ÄM 46
ObjID: obj:1892476
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Datierung engl.: Ptolemaic Period
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Antropomorpher Sarkophag des Wennofer (Wen-nefer)Übersetzung: Antropomorphic sarcophagus of Wennofer
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Kalkstein (Material / Stein)
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: ca. 68 x 66,5 x 210 cm (gesamt, liegend gemessen)Höhe x Breite x Tiefe: 63 x 69 x 210 cm (lt. Inv.)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1892476
Objektbeschreibung
Die im Neuen Reich entstandene anthropomorphe Sargform wurde auch für Särge aus Stein benutzt. Diese waren natürlich besonders kostspielig. Der Inhaber dieses Sarges, Wennofer, Sohn der Tanetimen, rechtfertigt nach Ausweis seiner Priesterämter und Hoftitel eine aufwendige Bestattung. Er war „Gottesvater, Bekannter des Königs, Priester des Ptah und Hoherpriester in Letopolis“, einem Ort im westlichen Delta. Diese Stadt spielte eine zentrale Rolle in der Religionspolitik der Ptolemäer. Die Stadtgöttin Uto wurde als Erscheinungsform der griechischen Göttin Leto interpretiert, und der ägyptische Name Chem in Letopolis umbenannt. Ägypter und Griechen sollten zu dieser Göttin gemeinsam beten können. Ein solcher Vorgang mußte theologisch untermauert werden, eine Aufgabe, die einem Hohenpriester sicher zukam. Der Sarg ist innen und außen sorgfältig mit einem Text und eingeritzten Darstellungen versehen. In der Sargwanne erkennt man Imentet, die Göttin der Nekropole (des sog. Westens). Auf ihrem Leib wird der Tote ruhen, um als Stern von der Himmelsgöttin Nut, ihr Bild ist auf der Innenseite des Deckels angebracht, wiedergeboren zu werden. Die Göttinnen sind unbekleidet und vorderansichtig dargestellt. Auf dem Deckel ist unter dem Himmelszeichen eine Speisetischszene zu sehen: Der Verstorbene (rechts) betet vor einem reichen Speisetisch, den er den Göttern Osiris und Atum darbringt. Der Text enthält eine Variante des Totenbuchkapitels 72, in dem der Tote von den Göttern, weil er sie durch Magie und Zauber der Totentexte zu zwingen vermag, Opfer und Bewegungsfreiheit im Diesseits wie im Jenseits verlangt: „… Gebt mir ein Totenopfer: Brot, Bier, Rinder, Kleider … alle guten und reinen Dinge von denen ein Gott lebt!“.“
Aus: Kischkewitz, Hannelore, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 203 (Kat. 122).
Letzte Aktualisierung: 04.09.2025
Kontakt
Einrichtung:
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
E-Mail:
aemp@smb.spk-berlin.de